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In einem Gefängnis wird ein 20-Jähriger Gefangener geschlagen, getreten, nächtelang misshandelt und evrgewaltigt. Man zwingt ihn, Urin aus einem Toilettenbürstenhalter zu trinken, sein eigenes Erbrochenes zu essen. Schließlich wird er brutal ermordet. Das klingt nach einem Folterbericht aus dem Irak, vielleicht aus Guantanamo Bay. Es hört sich an, wie eine Beschreibung der Zustände in einem chinesischen Umerziehungslager oder in einem syrischen Gefängnis. Es ist aber Realität in einer nordrhein-westfälischen Jugend-JVA.
Die Täter waren nicht Wärter oder Verhörexperten sonder Mitgefangene. Doch Wärter sahen weg. Sie reagierten nicht auf die Rufe, auf den Lärm aus der Gemeinschaftszelle, ließen sich von den Tätern abspeisen, als der "Bedürfnisknopf" gedrückt wurde.

Der junge Mann, der wegen Diebstahls mit Waffen einsaß wurde von seinen Peinigern gezwungen, sich aufzuhängen. Nachdem er anderthalb Minuten am String gehangen hatte, prügelten sie ihn zurück ins Leben um ihn anschließend erneut zum Suizid zu zwingen. Diesmal konnten sie ihn nicht wieder wecken. Doch die Beamten, die den Toten am nächsten Morgen fanden, erkannten den Mord nicht. Trotz der Rufe am Vorabend, trotz des nächtlichen Lärms aus der Zelle, über den sich andere Insassen beschwert hatten, glaunbten die Wärter der Darstellung der Mörder, die von einem Selbstmord des 20-Jährigen sprachen. Es dauerte Tage, bis bei der Opduktion die Spuren der Misshandlungen auffielen, die Staatsanwaltschaft zu ermitteln begann.
Ich will nicht darüber nachdenken, wie die drei Täter, selber zwischen 17 und 20 Jahre alt, zu dieser Tat fähig sein konnten, ich will nicht die Seele dieser Menschen sizieren, will nicht die Abgründe kennen, die sich da auftun. Beim Gedanken an die Mörder überkommt mich Ekel.

Aber ich stelle nach dem Versagen des Strafvollzugs. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten spricht seit langem von der Unterbesetzung deutscher Gefängnisse und welche Folgen das haben kann. Ein Umstand, auf den das Bundesverfassungsgericht im mai 2006 in einem Urteil hingewiesen hatte. Die Richter hatten ein eigenes Gesetz zum Jugendstrafvollzug und bessere Zustände in den Haftanstalten gefordert. Hätte man auf sie gehört wäre der von der Presse Hermann H. genannte Häftling vielleicht noch am Leben.

Gerade in der Siegener Anstalt, in der sich der Mord ereignete, haben nach Angaben ehemaliger Mitarbeiter und Häftlinge schlechte Zustände geherrscht. Der Direktor führe seine Anstalt im Stile der 50er Jahre, zitiert SpiegelONLINE einen Wärter. Ein entlassener Insasse, wegen eines Drogendeliktes verurteilt, sieht das Problematik an den vielen rechten Gefangenen in der Siegener Anstalt. Ein drogenabhängiger Verlierer wie Henning H. stellt für diese Menschen ein Feindbild und leichtes Opfer dar. Viele aus dem Drogenmileu seien froh, wenn sie als Erwachsene verurteilt und im Erwachsenenvollzug einsitzen müssen. Hier sind die Gefangenen weniger auf Krawall aus, wollen nur ihre Strafe absitzen.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium, verantwortlich für die schelchte Finanzlage der Gefängnisse und die teilweise viel zu hohe Belegung der Zellen hat eine Nachrichtensperre verhängt. Niemand, weder vom Ministerium, noch von der Staatsanwaltschaft (die noch nicht entschieden hat, ob sie gegen Mitarbeiter der JVA ermitteln wird), noch vom Gefängnispersonal dürfen mit der Presse sprechen. Einzig ihren Rücktritt hat die Ministerin bereits ausgeschlossen.

haut rein,
dave
17.11.06 23:56
 



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