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NPD Parteitag in der "Reichshauptstadt"

Es hat kaum einer mitgekriegt, aber dieses Wochenende fand in Berlin der erste Bundesparteitag der NPD in der "Reichshauptstadt" statt. Mehr oder weniger unter Auschluss der Öffentlichkeit - die streng kontrollierten Journalisten durften nur einem Teil der Veranstanltung beiwohnen - tagte die NSDAP-Nachfolgeorganisation im Märkischen Viertel. In der Halle: 500 Deligierte. Davor: nur 400 Gegendemonstranten. Parteien und Gewerkschaften hatten tausende angekündigt. Niemand regt sich mehr über die Braunen auf.

Übergriffe auf Ausländer haben in den Regionen Ostdeutschlands, wo es noch welche gibt, zugenommen, die Politik und vor allem die Bevölkerung schauen weg. In Mecklenburg-Vorpommern sitzt die NPD seit Kurzem im Landtag. In Sachsen hat sie beinahe genauso viele Stimmen wie die SPD erhalten (die sich mit rund 9 % aber auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat). In Brandenburg sitzt die zweite rechtsradikale Partei, die DVU, schon zum zweiten Mal in Folge im Landtag. Jüngst erst hat die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung auf die gestiegene Zuneigung der Bevölkerung zu rechtsradikalem Gedankengut hingewiesen. Der ARD_Deutschlandtrend konnte in seiner letzten Umfrage bei über der Hälfte der Befragten Unzufriedenheit gegenüber der Demokratie erkennen, was immer das genau bedeuten mag.

9% der deutschen werden laut neuesten Studien als rechtsradikal eingestuft, einzelne rechtsradikale Thesen sind viel weiter verbreitet (Führerprinzip, Antisemitismus, Herrenmenschenwahn). Tröstend höchstens, dass die Nazi-Ideen vor allem bei Männern mit niedrigem Bildungstandart über 60 verbreitet sind - die haben die längste Zeit unseren Volkskörper vergiftet, um sich mal der Spraczhe des selbsternannten Dritten Reichs zu bedienen.

Intressant: Wo die NPD bei soviel Wählerpotential tatsächlich die Chance hätte republikweit Schaden anzurichten, stellt sie sich selbst ein Bein: Die "Nationalen", die heute noch erklärten, bei den nächsten Bundestagswahlen in den "Reichstag" einziehen zu wollen, werden kaum einen ordentlichen Wahlkampf (inklusive politische Gegner verprügeln?) finanzieren können, denn der Bund fordert jetzt 863.000 Euro an Parteienfinanzierung zurück. Wei die thüringische NPD in den 90ern parteispenden falsch verbucht hat will Deutschland sämtlihe staatlichen Zuwendungen aus den Jahren 1998/99 zurück. Schade, Pech gehabt, ihr rechten Säue!

Noch eine Annekdote vom NPD-Parteitag: Ein ausländischer Gastredner (der Führer der portugisischen Nazis), der seine Rede in englischer Sprache mit Dolmetscher von der NPD gehalten hatte, beendete seinen Vortrag mit den deutschen Worten: "Heil Deutschland! Heil NPD" Der Dolmetscher übersetzte (die schon deutschen Worte) mit "Hurra Deutschland! Hurra NPD!" Man will ja nicht den Eindruck erwecken, man wär Nazi...

haut rein,
dave

Quellen: Spiegel ONLINE, tagesschau.de, Westfälische Rundschau
13.11.06 00:13
 



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