Zimmerbrand!



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35 Millionen Euro!

"Ich spiel ma Lotto
hojaho
nach einem alten Motto
hojaho
'einmal wird 's gelingen
da wird die kasse klingeln'
und eh ichs mir versah
warn meine Zahlen da.
doch dann so ein Pech:
mein Lottoschein war wech"


Ich denke dieses Zitat aus einem Schlager von Heerens großem Musiker der siebziger Jahre (René Terrel, das Stück heißt "Da ist der Teufel im Spiel" oder so ähnlich), ist ein schöner Anfang für den heutigen Eintrag, denn ganz Deutschland ist im Lottofieber.

Nachdem beim gestrigen Mittwochslotto der bereits niemand die nötigen 6 richtigen + Zusatzzahl auf seinem Tippschein hatte, sind jetzt über 35 Mio € im Jackpot. Einen so großen Jackpot hat die deutsche Lotoogemeinde noch nicht gesehen, der bis jetzt höchste Batzen Geld im Pott lag bei 26 Mio €. Auch wer normalerweise nicht spielt und die 49 durcheinanderpurzelnden Kügelchen nicht faszinierend findet, füllt jetzt fleißig Scheine aus. Beim Mittwochslotto in dieser Woche wurden 68,1 Mio € eingenommen (Quelle: tagesschau.de), das sind 40 Mio € mehr als normalerweise, denn am Durchschnittsmittwoch werden nur 28 Mio € verlottot. Weil es jetzt noch mehr Zaster zu gewinnen gibt, ist am Samstag mit noch mehr Lottospielern zu rechnen, zumal das Samstagslotto sowieso immer beliebter ist als die Ziehung am Mittwoch.

Bei soviel Geld zu gewinnen denkt jeder, der nicht grade Finanzminister ist und ständig Kredite in 1000 Mal größerem Umfang aufnehmen muss, oder einen Managerposten hat und solch läppische Summen in der Woche verdient, daran, was er mit dem Geld alles kaufen kann, denn niemand will 35 Mios einfach auf die Bank leben. Nach einem Gewinn wüsste zumindest mein Vater mit seinem aktuellen Lebensmotto aus den drei Ls (lesen, lieben, lecker essen) nicht, wie er so viel Geld ausgeben sollte. Sollte es Ihnen, lieber zukünftiger Lottogewinner ähnlich gehen, sie sich schon ein Traumhaus, ein Traumauto und eine Trauminsel, sowie einen Flug zu Internationalen Raumstation (ISS) mit den Russen gebucht haben und die Liste mit den wohltätigen Organisationen zweimal durchgegangen sind und immer noch etwas übrig haben, wenden Sie sich bitte an mich, ich habe noch ein paar Vorschläge...

haut rein,
dave
5.10.06 21:24


Russland vs. Georgien

Vor wenigen Tagen war der deutsche Nationalfeiertag, 3. Oktober, Tag der Deutschen Einheit. Der Feiertag geht zurück auf das Ende der Kleinstaaterei mit der Reichsgründung ende des neunzehnten Jahrhunderts und wird heute insbesondere im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 begangen. In den Jahren von 1989-91 herschte auf der ganzen Welt eine Aufbruchstimmung, weil sich die osteuropäischen Völker von den kommunistischen Diktaturen befreiten, der Kalte Krieg endete und die Sowjetunion, die Jahrzehnte lang die halbe Welt dominiert hatte, zerfiel.

Hatte man nach dem Zerfall der roten Riesen die Hoffnung auf eine Demokratisierung der ehemaligen Sowjetrepubliken, so wurde diese größtenteils enttäuscht. Lediglich die baltischen Staaten (Estland, Litauen, Lettland), die mittlerweile sogar Mitglieder der EU sind, sind wirklich demokratisiert. Der Rest wird von mehr oder minder korrupten Diktatoren geführt, die größtenteils Moskau hörig sind, wie zum Beispiel in Weißrussland. Im Kreml selbst regiert heute ein Mann, der zu Sowjetzeiten noch hoher Geheimdienstoffizier beim geführchteten KGB war und der heute sicherlich bei manchen politischen Gegnern immer noch zu Giftspritze und Würgedraht greifen möchte. Stattdessen lässt er wirklich gefährliche Widersacher in Arbeitslagern inhaftieren und schaltet pupuläre Oppositionelle wie den in Russland sehr bekannten ehemaligen Schachweltmeister Kasparow durch gezielte Medienkampanien aus. Anfang des Jahres hat Russland, um die im Demokratisierungsprozess befindliche Ukraine auf Kurs zu bringen, die für das Land besonders im Winter lebenswichtigen Gaslieferungen eingestellt.

Zuletzt macht Russland vor allem durch den Streit mit der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien (übrigens Heimat von Ex-Diktator und Massenmörder Stalin) von sich Reden. Russland unterstützt seit langem zwei abtrünige georgische Provinzen, die die Regierung in Tiflis nicht in die Unabhängigkeit entlassen will. Putin unterstützt die dortige, größtenteils russischstämige Bevölkerung und pocht auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker - höchst interessant, wo er doch mit seiner Armee in Tschetschenien, einer abtrünigen russischen Kaukasusrepublik, dieses Recht mit Waffengewalt und Kriegsverbrechen unterdrückt. Vor Kurzem nahmen nun georgische Behörden russische Bürger wegen Spionageverdachts fest. Der Kreml reagiert mit Härte: Alle Wirtschaftsbeziehungen mit Georgien wurden abgebrochen, die russische Schule in Tiflis (Georgien) hat alle georgischen Schüler der Schule verwiesen. Russland entzieht georgischen Unternehmen die Lizenzen, georgische Arbeiter in Russland werden ohne Vorwarnung mit Frachtflugzeugen ausgeflogen. Mehr oder weniger vor den Behörden geduldet kommt es in Russland auch verstärkt zu rassistischen Straftaten gegen Georgier und andere Gastarbeiter. Der georgische Außenminister bezeichnete dieses Vorgehen jüngst als weiche Form einer "ethnischen Säuberung".

Die georgische Regierung bittet nun den Westen um Vermittlung, doch Europa kann keine Härte gegenüber Moskau zeigen, denn wie die Ukraine sind auch wir in immer stärkerem Maße von russischen Gaslieferungen abhängig... Aus diesem Grund beschließt Georgien nun selbst Maßnahmen und will möglicherweise ein Veto gegen die geplante Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation einlegen, was aber zu Spannungen mit den USA und dem Westen führen könnte, die die Aufnahme befürworten.

Noch steht ein Krieg in Zentralasien nicht auf der Tagesortnung, noch sind nicht alle politischen Mittel ausgereizt, die von westlichen Medien unterschätzte Krise beizulegen. Europa muss es als Aufgabe sehen im Streit zwischen den Nachbarn zu vermitteln.

haut rein,
dave
7.10.06 13:51


Helden

Am Samstag, dem Tag wo hier der Eintrag über die Zustände in Russland veröffentlicht würde, fand man die Leiche Anna Politkowkajas in einem Fahrstuhl in ihrem Moskauer Wohnblock. Der Name Politkowskaja ist in Europa kaum bekannt, ich hörte erst nach ihrem Tod von ihr. Sie war die vielleicht einzige Regierungskritische Journalistin im Putinschen Russland, die immer wieder den Krieg in Tschetschenien, die Einschränkung der bürgerlichen Freiheiten in ihrer Heimat und den Mangel an Demokratie im heutigen Russland kritisierte. Sie berichtete vielleicht als einzige ehrlich über den Krieg im Kaukasus, warf der Moskauer Regierung vielfachen Mord vor, bewies mit ihren Reportagen die Verbrechen, die die russische Armee und ihre Helfer im Süden des Riesenreiches verübten. Nun hat offenbar ein Auftragskiller sie erschossen, kaltblütig hingerichtet vor der eigenen Haustür.

Es wäre voreilig, eine Verbindung von diesem Mord zur russischen Regierung und zu dem Ex-Geheimdienstboss Putin zu herzustellen, der mit sich solchen Mordmethoden eigentlich auskennen sollte. Politkowskaja hatte viele Feinde, auch im organisierten Verbrechen, das in Russland nach wie vor stark ist. Aber staatliche Stellen nutzen den feigen Mord an der Journalistin, deren Bücher teilweise in Russland verboten sind, perfide aus um die Frau posthum mundtot zu machen: So beschlagnahmte die Polizei nach dem Mord den Computer der Frau, die wegen ihres Engagements für Frieden und Menschlichkeit ihren neunundvierzigsten Geburtstag nicht mehr erleben darf. Auf dem Rechner befinden sich die Dateien eine Artikels, der heute über die Zustände in Tschetschenien erscheinen sollte. Ihre Zeitung rechnet nicht damit, die Texte je wieder zu sehen. Der Kreml hat sich zum Anschlag bis jetzt nicht geäußert.
Politkowskaja hatte immer wieder den Westen und ganz besonders Deutschland kritisiert, weil man sich Putin aus wirtschaftlichen Gründen unterordne, ihn mit seiner Politik gewähren lasse. Jetzt schreien jene westlichen Regierungen auf, fordern von Russland Aufklärung, vor ihrem Tod wollte hier neimand etwas von Anna Politkowskaja wissen.

An diesem Wochenende wurden die beiden deutschen Journalisten Karen Fischer und Christian Struwe in Afghanistan von Terroristen ermordet. Auch diese Reporter waren im Krisengebiet um uns hier Informationen zu verschaffen von dem, was dort geschieht. Jenen Menschen, die unter Einsatz ihres Lebens von den gefährlichsten Orten der Erde berichten gilt unser größter Respekt und unser Dank.

Ohne diese Menschem, die uns ein Bild von der Lage in Afghanistan verschaffen, hat der Souverän der Bundesrepublik Deutschland - das Volk, Wir - nicht die Möglichkeit sich eine Meinung über das Land zu bilden, in dem Bundeswehrsoldaten stehen. Ohne Journalisten wie Anna Politkowskaja haben wir keine Möglichkeit echte Informationen aus dem Land zu erhalten, aus dem der größte Teil unseres Erdgases kommt. Um uns zu informieren über das Unrecht, das in der Welt geschieht und dem sie letztlich selbst zum Opfer gefallen sind, sind diese Journalisten gestorben, wie viele andere vor ihnen. Diesen Helden der Information schulden wir Respekt und Dankbarkeit, denn ohne Information ist Demokratie nicht möglich.
Karen Fischer wurde 30 Jahre alt.
Anna Politkowskaja wurde 48 Jahre alt.
Christian Struwe wurde 38 Jahre alt.

haut rein,
dave

P.S. nach so vielen ernsten Themen gibts nächstes Mal wieder was Lustiges, vielleicht was mit Eistee oder Singstar...
9.10.06 10:30


Das Tetrapack

Er ist vielfach erprobt. Ob morgens, abend oder mitten in der Nacht. Ob krank oder gesund. Ob beim Schreiben eines Zimmerbrand!-Eintrags oder während einer Deutschklausur. Ob im Zusammensiel mit Alkohol oder ohne.
Egal in welcher Situation - Eistee geht immer! Mit keinem anderen Getränk habe ich so viel erlebt wie mit Eistee (letztens in Englisch sticht Bötti doch glatt vier Löcher in die Packung, um Auslaufen zu verhindern trink ich die ganze Packung auf ex ...)

Seit Beginn des Schuljahres sieht man mich fast schon täglich mit einem Tetrapack Aldi-Eistee in der Schule. 1,5 Liter purer Zucker mit etwas Wasser und Teenebenerzeugnissen schaffen es sogar mich als notorischen Morgenmuffel wach zu bekommen (Kaffee hat in dieser Beziehung kläglich versagt und schmeckt außerdem nicht so gut). Natürlich ist Adi-eistee eine Billigmarke, natürlich schmecken alle anderen Eistees (die allerdings das 5fache kosten) um längen besser (selbst erprobt) doch ich mag mittlerweile auch das enorm billige Design der nicht immer ganz dichten Aldipackungen und meine Geschmacksnerven hat das Produkt doch längst abgetötet. Also geht es auch nach den Ferien weiter mit Eistee und diese nie enden wollende Romanze bekommt ein Neues Kapitel und all die nervenden Schnorrer, die Eistee erbetteln wollen, werden wieder ausgelacht.

Aber welche ist nun die bessere Sorte Eistee? Lemon oder Peach? Ich frage meine Schnorrerexperten und Leser, bitte stimmt in der neuen Umfrage (wie üblich unter der Navileiste) ab.

haut rein,
dave
10.10.06 11:12


"Selbst die Parkplätze sind aus Mamor"

Kim Jong Il ist Chf des wahnsinnigen Regiems in Nordkorea. Während die Bevölkerung Nordkoreas fast ständig vom Hunger geplagt wird, baut der Diktator, dessen Vater auch nach seinem Tod noch offizielles Staatsoberhaupt ist, einen Palast nach dem anderen, nach Aussage eines geflohenen Koches seien dort selbst die Parkplätze aus Mamor. Nordkorea finanziert sich aus einer Mischung aus Hilfslieferungen aus den Nachbarländern Südkorea und China, Waffen- und Drogenschmuggel und der Produktion von Disneyzeichentrickfilme.

Vor wenigen Tagen zündete Nordkorea nach eigenen Angaben, die vom russischen Verteitigungsministerium bestätigt wurden, seine erste Atombombe unterirdisch. Das resultierende Erdbeben wurde in China, Südkorea, Japan, Russland, sowie Australien gemäßen. Noch sind sich Experten nicht einig. Zwar scheint es sich nur um einen Leichten atomaren Sprengsatz zu handeln, doch das Vorhandensein von Atomwaffen auf der ohnehin hochgerüsteten koreanischen Halbinsel (nach dem Nahen Osten mit Israel und seinen Anrainern die am höchsten gerüstete Region der Welt), gibt dem Konflikt eine neue Qualität.

Die USA und Japan fordern zurecht scharfe Sanktionen gegen das rückständige Land. Während Amerika Strafen wünscht, die nur die Führung treffen und das Volk außen vor lassen, wie zum Beispiel ein Waffenembargo und ein Einfuhrverbot von Luxusartikeln, drängt Japan auf schärfere Maßnahmen, wie ein Anlandeverbot für koreanische Frachter in internationalen Häfen. Japan selbst will aus Angst vor Nordkoreanischen Raketen, in deren Reichweite der gesammte Inselstaat liegt, nun die wegen der nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Allierten eingeschränkten Armee aufrüsten.
Der einzige Grund warum China und Südkorea - eigentlich ist der Süden ideologischer Todfeind des Norden, die beiden Staaten befinden sich formell seit 50 Jahren im Kriegszustand - den Norden bis jetzt finanziert haben, ist die Angst vor Flüchtlingsströmen, die die beiden Nachbarn erwarten würden, wenn das Terrorregiem in Pjöngjang zusammenbräche. Die verarmte Bevölkerung des isolieten Landes würde sich in Scharen über die Grenze nach China aufmachen, wo der Wohlstand im Verhältnis zu den steinzeitlichen Zuständen in ihrer Heimat kaum vorstellbar ist. Über kurz oder lang würde China diese Flüchtlinge wohl in das technologisch-demokratische Musterland Südkorea abschieben, wo die Behörden vor unlösbaren Problemen stünden.

Die Probleme, die eine koreanische Einheit, die nach einem Zusamenbruch des Juche-Regiems wohl über Kurz oder Lang ins Haus stünde, mit sich brächte, wären so extrem, dass die Anpassungsschwirigkeiten nach der deutschen Einheit, die ja bis heute Andauern - dagegen unglaublich Lachhaft wirkten.

Wie sich die Dinge auf der koreanischen Halbinsel entwickeln werden, kann heute niemand voraussagen. Das Nordkoreanische Außenministerium ließ heute verlauten, dass man jedwede Sanktion als Kriegserklärung betrachten werde. Das klingt nicht nach Entspannung.

haut rein,
dave
13.10.06 11:43


Living in Paradise

Die Stimmung ist (bei mir zumindest und ich bin die Stimmung) schlecht. Das hängt nicht nur aber auch mit dem morgigen Schulanfang zusammen und der direkt am Dienstag folgenden Matheklausur zusammen. Silberstreifen am Horizont lassen sich nur mit Mühe erkennen und so stimme ich mit ein in das besonders in Deutschland (mit jerner kurzen Auszeit im Sommer 2006, bekannt als WM) beliebte Jammern. Denn die Welt ist bekanntlich schlecht und ungerecht. Alle denken nur an sich, ich bin anders, ich denk an mich... Außerdem kriegen wir keine Rente, das Schulsystem fällt alle paar Jahre durch PISA, und die Regierung... wenn sie uns schon nicht bescheißen, so sind es doch Stümper! Außerdem ist man bei diesen ganzen Kriminellen (in Unna treibt angeblich ein bekannter Fahrraddieb namens Kai K. sein Unwesen) ja nirgendwo mehr sicher. Alles ist so teuer wie noch nie. Autofahren kann sich sowieso keiner mehr leisten und das Wetter wird mit Sicherheit bald wieder das Stromnetz in irgendeinem entlegenen Teil von Deutschland wie dem Münsterland (!) ausschalten. An jeder Ecke wird einem Gammelfleisch verkauft und dann gibt es noch überall diese HartzIV-Schmarotzer oder sind das einfach nur arme Menschen ohne Job?

Ganz Deutschland jammert also aus unterschiedlichsten Gründen mit mir. Aber wir haben doch keine echten Probleme - gibt es irgendwo einen besseren Platz zum leben als Deutschland. Klugscheißer werden mir jetzt die Namen verschiedener Urlaubsparadise um die Ohren werfen, doch mal im Ernst:
Dass unsere kleinen Problemchen mit Tabak- und Ökosteuer einem Afrikaner auch nur ein müdes Lächeln abringen würden, kann niemand behaupten. In dessen Heimat herrscht höchstwahrscheinlich Bürgerkrieg und seine Familie nagt - ausgenommen von amerikanischen, europäischen und neuerdings russischen und chinesischen Konzernen - am Hungertuch. Araber sehen sich in ihren Ländern mit irren Glaubenskriegern konfrontiert. Außerdem ist es in vielen dieser Länder nicht möglich einer Frau unverschleiert auf der Straße zu begegnen (oder aus weiblicher Sicht: sich unverschleiert und ohne Erlaubnis von Vater/Gatte auf die Straße zu begeben). Der Israeli muss sich ständig vor Terroranschlägen fürchten, kann über unsere Kofferbomber nur schmunzeln. Chinesen sterben täglich in Bergwerken, weil der dortigen Regierung die Sicherheit ihrer Arbeiter scheißegal ist - das 1,3 Milliarden Einwohner Land hat ja Reserven. Und für uns ist es ein Problem, wenn Feuerzeuge nicht kleinkindsicher sind (die EU-Kommission verabschiedete jüngst eine entsprechende Richtlinie, deren Entwicklung 7 Jahre gedauert und eine sechstellige Summe verschlungen hat). Nordkoreaner sind durch Propaganda verblendet und werden wegen Mangelernährung nur noch 1,30 m groß, im Süden der Halbinsel fürchtet man sich nur vor einem Atomkrieg mit dem Nachbarn. Die größte Angst, die wir vor einem Nachbarn haben, hängt mit polnischen Autoschiebern zusammen.
Auch in der restlichen westlichen Welt ist es mit Nichten so lustig wie hier: In den USA nehmen religiöse Fanatiker immer mehr Einfluss auf das tägliche Leben. Wer in den Staaten schwarz ist oder arbeitslos wird, hat ein nicht geringes Problem. Auch in Westeuropa gibt es Staaten, die man nicht unbedingt beneiden muss: Belgien hat ständig mit irgendwelchen pädophilen Verschwörungen bis in die Regierung zu kämpfen, Frankreich steht wirtschaftlich noch schlechter da als wir und in Skandinavien ist der Alkohol so teuer, dass ich diesen Satz nicht einmal zuende bringen will. In Großbritannien hat die gesammte Bevölkerung mangels Sozialsystem keinen Zahnersatz, also schlechte Zähne. Selbst das liberale Paradies Holland hat Nachteile: zuletzt kam es nach dem Mord an einem islamkritischen Filmemacher zu Ausschreitungen, in deren Verlauf in verschiedenen Landesteilen Moscheen niedergebrannt wurden. Außerdem wird das Land durch die globale Erwärmung sowieso komplett versinken.

Also, so schlimm ist das alles nicht, andere Leute anderswo haben echte Probleme. (Da sieht man mal wie aufmunternd das Leid anderer sein kann.)
haut rein,
dave
15.10.06 23:00


Was die Zukunft bringt

Vorgestern lag der Schulanfang in der Luft, gestern die Matheklausur (die glcüklicherweise wesentlich leichter war als erwartet - meine Ergebnisse sehen alle so aus, als wären sie richtig ), heute nun wirft ein anderes schreckliches Ereignis seine Schatten voraus: Morgen wird das letzte Tetrapack Eistee geöffnet und geleert. Bis meine Mutter wieder in den ALDI fährt, bin ich mit all den Schnorrern ohne Eistee. Wenigstens haben diese "Experten" und auch die Übrigen Zimmerbrand!-Leser eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen: 56% der Stimmen entfallen auf Peach, Lemon hinkt mit 44% klar hinterher.
Übrigens fällt mir gerade auf, dass die Fragestellung "Welcher Eisteesorte ist die beste?" lautete. Man merkt, dass ich älter werde.

Wenn der erste Schrecken einer Zeit ohne Eistee jedoch abgehakt ist, gibt es wieder positive Ereignisse: Zunächst treff ich am Donnerstag endlich wieder die komplette Tachelescrew wieder, mit der Sonntag um 18 Uhr wieder auf der Bühne in der Jugendkunstschule stehen werde. Dazwischen - also Freitag und Samstag - ist mindestens einmal Party angesagt, Wochenenden sind doch viel toller, wenn wieder Schule ist. Und so hat alles seine guten Seiten!

haut rein,
dave
17.10.06 17:38


Unsinnige Bauvorhaben

Die deutschen Städte und Gemeinden sind bekanntlich pleite (wenn mans ich zum Beispiel den Zustand der Straße in der ich wohne - Heerens Südfeld - anschaut, könnte man glauben sich im hintersten Winkel Weißrusslands zu befinden, andrerseits ist das natürlich ne günstige Form der Verkehrsberuhigung). Umso erstaunlicher ist es, wofür immer wider Geld da ist:

Die kostspielige Renaturierung des Heerener Mühlbachs - bis vor einigen jahren noch bekannt als Scheißebach oder vornehmer "Offene Kanalisation", in dem mittlerweile wieder Fische schwimmen sollen, hat nicht nur Unsummen verschlungen, weil nebenbei am Ufer des besagten Gewässers ein Radweg gebaut werden sollte, den aufgrund von drei paralell verlaufenden Straßen (2X 30Zone, 1X mit Radweg, also perfekte Verhältnisse) niemand braucht, sind auch alle Anwohner verärgert, die von der Stadt mit mäßigem Erfolg gezwungen wurden, Teile ihrer Gärten besagtem Radweg zu opfern.
Vor einiger Zeit habe ich auch von dem Mamutkreisverkehrprojekt an der Werver Heide berichtet, wo die Kreisel zwar einen gewissen Sinn ergaben, aber die jahrelangen Baumaßnahmen viele ansäßige Unternehmen in den Ruin trieben.
Insofern hatte ich, der ich ja auch den dämlichen Kreisverkehr an Unnas Kreishaus (ich verkneif mir jedes Wortspiel) beim Durchstich Victoriastraße kritisiert habe, als neben der Anne-Frank-Realschule (Ecke Palaiseaustr-Platanenalee) zuerst den irrwitzigen Gedanken, hier, wo nur zweimal am Tag, nämlich um kurz nach acht und halb zwei ein gewisses Verkehrsaufkommen herrscht, könnte ein neues Kfz-Karussel entstehen (besonders zweispurig hätte sich hier gelohnt.

Wie ich heute höre, soll an besagter Stelle aber nur der Straßenbelag ausgetausch werden (endlich!). Fast nur. Denn gleichzeitig werden auch Parkbuchten an den Seiten geschaffen - was die ohnehin schon allmorgentlich verstopfte Straße noch verengt. Der Grund: Verkehrsberuhigung! Nicht das ich etwas gegen langsames Fahren in Wohngebieten und sichere Schulwege habe, aber die Palaiseaustraße war auch vorher nicht breit! Außerdem: Zu den schulischen Stoßzeiten - also zur einzigen Zeit, zu der überhaupt Verkehr ist - kreuzen soviele Fahrradfahrer die Fahrbahn, das niemand auf die Idee käme in der 30Zone schneller als 20 zu fahren. (Wenn überhaupt macht verstärkte Verkehrsberuhigung unmittelbar vor dem GSG Sinn, also am anderen Ende der nach einer französischen Partnerstadt benannten Straße, dort erreichen PKWs schon ganz gerne mal die 60 km/h in der Schulzone) Vielleicht irre ich mich ja auch und die Straße soll bloß verlegt werden, was wohl den Abriss der Realschule bedeuten würde, auch keine ganz schlechte Idee, aber über das Schulsystem habe ich hier wirklich schon genug gesagt.

haut rein (gruß an rico, ab jetzt mach ich "bloggen nach wunsch"),
dave
18.10.06 23:39


Perfektion

"Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab", mit diesem gestelzten Satz, der eigentlich kaum Information oder Inhalt hat, begann ein Nachrichtensprecher 1989 einen der ersten westdeutschen Berichte über die Öffnung der Mauer. Wen intressierts? Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich dem guten Mann von den tagesthemen seinen Spruch geklaut hab, um den Eintrgag über das vergangene Wochenende zu beginnen:

Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab. Und so will ich heute darauf verzichten, das Wochenende als perfekt zu bezeichnen, denn auch wenn ich am heutigen Montag trotz des Schulanfangs noch die (positiven) Nachwirkungen von zweieinhalb tollen Tagen spüre - wenn man im Einzelnen drüber nachdenkt ist das alles noch zu toppen (vor allem, wenn man daran denkt, dass nächste Woche schon wieder zwei fette Partys auf dem Programm stehen).

Freitag, 20. Oktober 2006
-nach der Vierten Schluss, über Mathe-1 informiert worden
-nach chilligem Nachmittag Henrik da: weiter gechillt
-abends Partymachen: Kühlschiff (Lunanights), zwar ziemlich leer, aber trotzdem gute Stimmung . Kevin im Kickern geschlagen, den alten Prahlhans .

Samstag, 21. Oktober 2006
-um 0:30 Uhr aus dem Kühlschiff geflogen, im Extrablatt nen Cocktail getrunken
-dann noch ins Beo, angenehm viel los, noch etwas getanzt
-um 10 nach 3 den letzten AST verpasst, in unbequemen neuen Schuhen nach Heeren gegangen
-um halb 5 da, gefrühstückt
-schlafen gegangen, bis 12
-den Rest des Tages gechillt

Sonntag, 22. Oktober
-ausgeschlafen
-um 14 Uhr zur Jugendkunstschule, letzte Probe vorm Auftritt, dann Pommes holen (lassen)
-ab 16 Uhr fertig machen für Premiere, ab 17 Uhr im Cateringbereich, Leute kommen rein, wir sind routiniert, nicht aufgeregt
-endlich gehts los, Tacheles zaubert gewohnt große Kunst auf die Bühne, Publikum (erneut ausverkauft) ist begeistert: diesmal haben wir auch keine Kulissen umgeschmissen. Wieder schön mit Eiter und Blut gespielt, total ekelig, weil Dusche nur kaltes Wasser bietet nur mäßig sauber geworden.
-zu Hause in Hochstimmung, gegessen und wieder geduscht

Die Partys am Freitag waren nicht übermäßig geil, sondern nur gut. Der Samstag war insgesammt zwar entspannend, aber nicht besonders interessant. Sonntägliches Theater spielen war zwar wie immer verdammt cool und hat sehr gut getan, auch Herr Krückeberg war begeistert, aber aus Sicht des/der Darsteller lässt sich immer noch einiges verbessern.
Kein Perfektes Wochenende, gewiss, aber ich hab mich schon lange nicht mehr nach einem so erfrischt und erholt gefühlt.

nächstes Wochenende wird wieder reingehauen (vorher aber mit Sicherheit noch ein Eintrag hier),
dave
23.10.06 19:11


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