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Einfach nur sprechen!

Nicht nur weil jetzt die Welt zu Gast bei Freunden ist, auch grundsätzlich wird in Deutschland seit langem darüber diskutiert, was genau deutsch ist. Die Unionsparteien suchten schon vor Jahren nach Patriotismus, mittlerweile – vor allem wegen der Problematik getthoisierender Stadtteile mit hoher Ausländer- und Kriminalitätsrate – ist daraus eine Debatte über deutsche Leitkultur geworden, an der sich auch die auf diesem Gebiet lange zurückhaltene politische Linke beteiligt. Vor wenigen Tagen wurde eine Ausstellung über „Deutsches“ eröffnet, die mit einem gewissen Augenzwinckern einen Blick auf deutsche Geschichte, deutsches Verhalten und deutsche Eigenheiten wirft.
Nach allgemeinem Dafürhalten sind Pünktlichkeit, Fleiß und Genauigkeit typisch deutsch. Außerdem kommen aus Deutschland die besten Würste, die besten Biere, die meisten (und besten) Brotsorten und die besten Autos. Made in Germany steht in der ganzen Welt für Qualität.

Gerne wird – vor allem im englisch- und französichsprachigen Raum – behauptet, was immer man auf Deutsch sagt, es klinge wie auf einem Kasernenhof gebrüllt. Intellektuelle in Deutschland sehen die „Sprache der Dichter und Denker“, die Sprache von Goethe und Schiller jedoch bedroht. Man glaubt Anglizismen, sogenannte Lehnwörter aus dem Englischen, würden deutsches Vokabular vergiften. Tatsächlich werden immer mehr englische Begriffe verwand. Im Vorabendprogramm laufen Daily Soaps, Musiksender spielen keine Videos mehr, sondern Clips. Wir alle besitzen EC-Karten, was für Electronic Cash steht. Selbst Arbeitslose gehen heute ins Jobcenter. Die Photos oben auf dieser Seite zeigen mich in größtenteils schicken Outfits. Praktisch komplett aus dem Englischen übernommen sind Begriffe aus der Computerwelt. Dies ist ein (We)Blog, wir verschicken E-mails und ständig ändert man seinen Desktophintergrund. Vor einigen Wochen wies ich auf das neue Layout dieser Page hin. Gestern hab ich mein ICQ auf Version 5.1 upgegradet.

Mir ist allerdings nicht ganz klar, was gegen die Anglikanisierung der deutschen Sprache spricht (huh, „Sprache spricht“ ... was n Wortspiel!). Verständlich ist sie so oder so und an unserer hochkomplizierten Grammatik kann kein Anglizismus rütelln. Es gibt wenige Argumente, warum wir das Deutsche nicht etwas cooler klingen lassen und es mit englischen Begriffen auflockern sollten.

Im Übrigen ist es keineswegs neu, dass eine Sprache immer mehr Wörter einer anderen aufnimmt. Auch das Deutsche hat so etwas schon mehrfach erlebt: Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Beginn der amerikanischen Dominanz in der westlichen Welt war das Französische eine sogenannte Modesprache. Der preußische König Friederich der Große schrieb nur in Französisch. Aus dem westlichen Nachbarland haben wir Worte übernommen wie Rendezvous – kein Intellektueller oder Schriftsteller beschwert sich über den Begriff Rendezvous. Noch krasseres Beispiel ist das Lateinische. Aus der römischen Schriftsprache stammen so gut wie alle wissenschaftlichen Fachausdrücke. Intellektuelle wie Literaten kommen sich besonders intelligent vor, wenn sie lateinische Lehnwörter benutzen - „Intellektuelle“ und „Literaten“ SIND lateinische Lehnwörter! Niemand will aufs Lateinische verzichten, denn dann müsste er demnächst anstelle einer Laudatio wieder eine Lobesrede halten. Wörter wie Dominanz wären praktisch nicht zu ersetzen, denn sie begleiten das Deutsche seit dem Beginn dieser Sprache.
Damit deutlich wird, wie enorm der lateinische Einfluss aufs Deutsche ist habe ich alle Wörter in diesem Text, die oberflächlich einen lateinischen Ursprung haben (bei einer genaueren Untersuchung hätte ich wahrscheinlich wesentlich mehr gefunden) grün eingefärbt. Ich habe nicht halbsoviele Anglizismen verwendet!

Wer nicht demnächst auf „Komplex“ verzichten will, kann auch getrost Worte wie „Downtown“ verwenden!

haut rein,
dave
3.6.06 11:26


prikelnd, ätzend, gut

Kindheitserinnerungen haben immer etwas mit Süßigkeiten zu tun. Mein Geschmack in Sachen Süßigkeiten hat sich in den letzten 13 Jahren (bei meinem ersten verbürgten Zusammentreffen mit Schokolade, das mit deren Ableben endete, war ich drei) nicht wesentlich verändert. Weiße Schokolade (auch gerne mit Knusber), Lakritz und alles was Haribo aus Glukosesirup, Zucker, Dextrose, Citronensäure und Aromen herstellt, zaubert mir – wie schon zu Kindergartenzeiten – ein Lächeln aufs Gesicht . Hingegegen werden Marzipan und Torten von mir verschmäht.

Auf merkwürdigen Wegen, kam ich vor Kurzem in Besitz von kistenweise Ahojbrause. Ahoj stellt viele Arten von Brause her: Brocken, Bärchen, Bonbons, aber das beste Brauseprodukt ist nach wie vor das Brausepulver.
Wir erinnern uns: Das Pulver wird in Päckchen á zehn Tütchen verkauft. In jedem Päckchen finden sich die Sorten Himbeer, Orange, Zitrone und Waldmeister. Bekanntermaßen ist Waldmeister die leckerste, Zitrone die prinkelnste, Orange die fruchtigste und Himbeer die langweiligste Sorte.
Allerdings wäre kein Fünfjähriger auf die Idee gekommen, das Frigeoprodukt tatsächlich, wie auf der Packung vorgeschlagen, in Wasser aufzulösen. Das Ergebnis ist nämlich fad und langweilig und bis heute ist es Ahoj nicht gelungen, eine vollständige Auflösung zu gewährleisten. Neben verschiedenen Möglichkeiten, Brausepulver in Verbindung mit alkoholischen Getränken zu konsumieren, ist und bleibt der beste Weg, seinen Körper mit der körnigen Substanz zu versorgen, sie sich einfach in den Schlund zu schütten. Herrlich prinkelnd bahnt sich das bunte Pulver, das hauptsächlich aus Zucker und Farbstoffen besteht, den Weg durch die Speiseröhre.

Seit Samstag befinde ich mich nun im Besitz von 27 Päckchen Brausepulver, also 270 Tütchen. Leider habe ich (Selbstversuch) feststellen müssen, dass der Verzehr von weit weniger als 270 Tütchen in einem kurzen Zeitraum zu schmerzhaften Verätzungen auf der Zunge führen kann. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, bis zu den Sommerferien die großen Zimmerbrand!-Brausepulver-Tage zu begehen. Als „Frühstück“ werden mich jeden Tag zwei Päckchen Brausepulver in die Schule begleiten.

haut rein,
dave

PS: Zum Thgema Brause findet sich unter der Navigationsleiste eine neue Unfrage.
6.6.06 11:40


K. vs G. -Wer wird Weltmeister?

Die allgemeine Euphorie bezüglich Fifa-World-Cub-2006™ (Deutschland wird Weltmeister) wird durch die Freude, die Fressen bestimmter Lehrer sechs Wochen nicht sehen zu müssen, noch übertroffen. Doch gerade in dieser Woche überboten sich die Herren Kautz und Grönhagen wieder in Dreistigkeiten. Der eine, arroganter Noch-Klassenlehrer mit null Engagement, stellte überhebliche Selbtverliebtheit zur Schau, der Andere, seines Zeichens Physiklehrer mit angeblichem Alkohol- und bestätigtem psychologischen Problem, der auch gerne geile Sprüche raushaut (sein Highlight: „Große Worte sind BILLIG!“), zeigte auf typisch wirr-irre Weise, wie Notengebung funktoniert.

Den letzte Woche geschriebenen Physiktest gab Grönhagen Mittwoch zurück – mit 11 von 15 möglichen Punkten erhielt einer meiner Mitschüler ein gut, ein anderer nur ein befriedigend. Als Deska (mit der unfairen drei) sich über diese Ungerechtigkeit beschwerte erklärte Gruselgröni mit sich überschlagender Stimme und hervorquellenden Augen, dass es bei Testnoten nicht nur auf die Punktzahl ankomme. „Das verstehst du ja wohl“, hakte er nach und gestikulierte wild in Richtung von Deskas Testbogen. Wer das versteht, soll sich bitte melden. Zimmerbrand! bietet drei Packungen Ahojbrause für eine sinnvolle Erklärung für Grönhagens Notenvergabe.

Nachdem uns heute allen siedendheiß eingefallen war, dass morgen Schulfest ist, wir am Stundenlauf teilnehmen müssen und weder Staffelstäbe und Sponsoren haben – ich will die Schuld an der nicht vorhandenen Vorbereitung jetzt nicht dem Klassenlehrer geben – teilte uns Herr Kautz mit, dass es ja durchaus peinlich wäre, morgen ohne Läufer beim Stundenlauf dazustehen. Ja, peinlich für wen? Als wir ihn dann baten, als Sponsor für unser Team aufzutreten, was nach den Statuten durchaus gestattet und auch erwünscht ist, Herr Kautz aber für „nicht Sinn der Sache“ hält, behauptete er ernsthaft, er habe sich für uns im letzten Jahr die Haut zum Mark getragen. Ein Gipfel der Arroganz und Unverschämtheit von dem Mann, der im letzten Jahr wahrscheinlich seinem vierten Zeh am linken Fuß mehr Aufmerksamkeit zukommen ließ als „seiner“ Klasse 10a. Wenigstens können wir ihn morgen beim Schulfest wie einen Depp dastehen lassen, indem wir alle zu Hause bleiben.

Klare Sache, Kautz gewint den Wettstreit um den Titel „Miesester Lehrer“, denn Grönhagen kann immer noch zyklisch auftretenden Wahnsinn und „Naturheilmittel“ vorschieben um sein Verhalten zu entschuldigen. Kautz ist beim arroganten Gehabe doch immer im Besitz seiner geistigen Kräfte und damit strafmündig.

haut rein,
dave
9.6.06 13:56


I feel good

Ich bin verdammt gut drauf.
Dafür gibt es 7 Gründe, die ich hier einfach mal aufzählen will:

1) Geiles Wetter - Nach einem fast 8 monatigem Winter haben wir endlich brütende Hitze. Bei teilweise über 30° liegen wir in der brütenden Hitze - wenn ich diesen Eintrag geschireben habe mach ich auch, dass ich wieder auf die Liege komme .

2) Geile WM (Stimmung) - Seit letztem Freitag wird in ganz Deutschland gefeiert. Dabei sorgen auch die Fans, die aus aller Herren Länder zu uns gekommen sind, für eine überragende Stimmung, nicht nur in den Stadien, sondern auch vor den großleinwänden und den allenthalben stattfindenden WM-Partys.

3) Geile WM (Aufbruch) - Die WM wird sehr positive Folgen für die Wirtschaft haben. Fans von überall geben Unsummen für (überteuertes) Bier, Verpflegung und Fahnen aus (soviel Scharz-Rot-Gold, wie ich zuletzt gesehen hab, muss die Fahnenindustrie ein achtstelliges Wachstum verzeichnen). Außerdem sehen Wirtschaftskapitäne in aller Welr unser Land - und das zeigt sich bislang von seiner schönsten Seite, größere Ausschreitungen bleiben aus. Auch in Kleinstädten spürt man den WM-Aufbruch. Während in Kamen die spanische Nationalmannschaft zzu Gast ist, haben Unnaer Wm-Begeisterte den längsten Schal der Welt gestrickt.

4) Geile WM (Fußball) - Deutschland wird Weltmeister.

5) Geile Brause - Bei mir steht immer noch ein halber Katrton Brause, der mir die nächsten Tage versüßen wird. Außerdem waren in der Zimmerbrand!-Umfrage 44% mit mir einer Meinung, dass Waldmeister die beste sorte ist, nur drei Leute mögen überhaupt keine Brause.

6) Geile Erdbeeren - Seit einigen Tagen kriegt man überall erdbeeren verkauft - ein grund zur Freude, denn Erdbeeren sind bekanntlich die besten Beeren überhaupt.

7) Geile Ferien - In Kürze beginnen die Sommerferien und man kann dem Stress ein Weilchen entgehen. Zwar hab ich noch keinen Plan was ich mache, die Ferien werden aber trotzdem verdammt fett. Der Countdown unter der Navileiste zählt runter bis zum Ferienanfang.

Es gibt eigentlich noch viel mehr Gründe, gut drauf zu sein, aber 7 ist eine gute Zahl und ich hab keinen Bock mehr und will in die Sonne. Deshalb bleibt's dabei.

haut rein,
dave

PS: Info für alle 10a-Menschen: Ich fange heute mit dem Klassenfahrtsfilm an.
13.6.06 14:50


Olympia 2008: Beijing

Beim gestrigen WM-Spiel der Brasilianer gegen Kroatien zeigte die ARD in der Halbzeitpause die „Tagesthemen“. Unter anderem sah ich einen Bericht über den chinesischen Bauer Fu. Wegen des Dreischluchtenstaudamms war Fu enteignet worden. Die Regierung hate die ihm gesetzlich zustehende Entschädigung für das verlorene Land jedoch nie überwiesen. Mehr als 20 Mal hatte er sich bei den Behörden beschwert, was nur Repressalien zur Folge hatte. Schließlich hatte er der ARD ein Interview über seine Situation gegeben. Das war vor einigen Monaten. Danach haben wurde er brutal zusammen geschlagen und ist heute querschnittsgelähmt. Wer in China auf seine cinesische Rechte pocht wird (von der Regierung) querschnittsgelähmt! Dieser Bericht erinnerte mich an das Versprechen, dass ich vor einigen Wochen in dem Eintrag „God bless America“ gegeben habe, die Großmacht China zu kritisieren.

Blenden wir die Vergangenheit des „Reichs der Mitte“ als antike Supermacht und „asiatisches Rom“ aus. Während des Zweiten Weltkriegs war China japanisch besetzt (Japan hat auch eine schön blutige Vergangenheit: Die Besatzer töteten in sechs Wochen allein in Nanjing 200000 chinesische „Untermenschen“, alles Zivilisten. Es gab unter japanischen Soldaten sogar Wettberwerbe, wer in kurzer Zeit mehr chinesische Gefangene köpfen konnte. Massenvergewaltigungen waren an der Tagesordnung.) Nach der Befreiung brach ein Bürgerkrige zwischen Kommunisten und Nationalisten aus. Schließlich gelang es, die Nationalisten auf die Insel Taiwan zurückzudrängen (Taiwans offizieller Staatsname ist immer noch „Republik China“). Die auf dem Festland von Mao Zedong etablierte Volksrepublik entwickelte sich zu einer der blutigsten Diktaturen der Weltgeschichte. In China wurden bald „Umerziehungslager“ für politisch Andersdenkende errichtet, die nur mit Görings KZs zu Beginn der NS-Diktatur und den Gulags des stalinistischen Russlands zu vergleichen sind, gegründet. Zur „Umerziehung“ wurden Gefangene gefoltert und zur Zwangsarbeit gezwungen. Die Zahl der Opfer kann nur geschätzt werden.
Mao war stark antiwestlich eingestellt. Auf einer Konferenz sozialistischer Führer Ende der 50er forderte von sowjetischen Generalsekretär Chrustchov den Einsatz von Atomwaffen gegen die USA und ihre Verbündete. In einem Atomkrieg wüder zwar ein Drittel der Welrbevölkerung sterben, aber der Imperialismus wäre entgültig besiegt.

Da die sowjetischen Politiker nicht nur nicht attakierten, sondern in der Kubakrise sogar den Amerikanern nachgaben, beschloss Mao China selbst atomar aufzurüsten. Das und der Plan die chinesische Wirtschaft binnen 15 Jahren mehr Schwerindustrieküter als Großbritannien produzieren zu lassen waren teil des sogenannten „Großen Sprung nach Vorn“. Um mehr Industriearbeiter zu gewinnen, forderte man Bauern auf, ihr Felder brach liegen zu lassen und in der Industrie zu arbeiten. Die Folge war die schlimmste selbstverursachte Hungersnot der Weltgeschichte, der 30 bis 43 Millionen Menschen zum Opfer fielen – während diese Menschen starben varaufte die Regierung in Peking die letzten Getreidereserven ins Ausland, um das Atomprogramm finanzieren zu können. Welchen Sinn machte es 40 Millionen Menschen zu retten, wenn man 1 000 Millionen Einwohner hat?

Um inner- wie außerparteiliche Gegner zu schwächen bagann Mao 1966 die chinesische Kulturrevolution, die bis 1976 andauerte. Junge Parteimitglieder wurden als Schlägertrupps mobilisiert, die vor allem gegen die alte chinesische Kultur und ihre Fürsprecher vorgingen. Parteifunktionäre wie unbeteiligte fielen zu Hunderttausenden Morden und Misshandlungen zum Opfer.

Nach Maos tod reformierte Deng Xiaoping China. Er sorgte für eine wirtschaftliche Öffnung, behielt den Chinesen aber weiter elementare Grundrechte vor. 1989 schoßen Panzer auf Demokratiedemonstranten am Platz des Himmlischen Friedens. Es war ein beispielloses Massaker.

Nirgendwo werden so viele Menschen hingerichtet, wie in China. In keinem land der Welt wird die Todesstrafe für so viele Verbrechen verhängt wie in China. In der Volksrepublik wird man für Drogen- und Wirtschaftsdelikte, sowie für das Töten von Pandas hingerichtet (da können sich die bayrischen Bärenjäger warm anziehen).
Wirtschaftlich ist China ein aufstrebender Stern. Allerdings sind die meisten chinesischen produkte Kopien europäischer. 90% des Schadens, der weltweit durch Fälschungen entsteht, geht von China aus (Quelle: Stern). Ein deutsches Unternehmen, das Pipelineteile herstellt, eröffnete vor einigen Jahren eine Produktionsstätte in China. Nach zehn Monaten verschwant der chinesische Manager mit dem Laptop, der Pläne für Produkte enthielt. Wenig später gründete er mit Unterstützung der chinesischen Regierung eine eigene Firma.
Chnesische Arbeiter sind deshalb so billig, weil es keine Sicherheit gibt. Fast jede Woche gibt es in einem von Chinas Bergwerken einen tödlichen Unfall. Es gibt 1,5 Milliarden Mensche, die den Job übernehmen können, warum also für Sicherheit sorgen?

Die chinesische Außenpolitik glänzt durch Unverschämtheit. Im Jahr 2005 versuchte die UNO eine Resolution gegen die Regierung des Sudans zu erwirken, der Reiterkomandos, die im Osten des Landes die schwarze Bevölkerung massakrieren, unterstützte. China verhinderte mit seinem Veto eine Resolution, die der sudanesischen Regierung mit einem Handelsboykott droht, weil China seit langem Waffen nach Sudan verkauft.

Ich weiß, ich habe hier Dinge wie den Koreakrieg oder die Besetzung Tibets ausgelassen, aber dieser Text ist ohnehin schon sehr lang.
haut also rein,
dave
14.6.06 13:37


FIFA, Fernsehen, Fußball

Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft morgen gegen Ecuador gibt es ein für mich als Fernsehzuschauer ein echtes Problem. Es hängt mir dem übertragenden Sender, der ARD zusammen und seine Frisur sieht aus wie ein ein gefärbtes Kaninchenfell, dass man zu heiß gewaschen hat. Es geht natürlich um Sportschauexperte Günther Netzer.

Während das ZDF mit Jay Bie Kerner einen immerhin bemühten Moderator, mit Klopp einen kompetenten Experten und mit Pelé, Beckenbauer oder Trappatoni auch immer interessante Gäste hat, RTL mit Jauch und Völler ein wenigstens sympatisches Moderatorenduo hat, sehen Dialoge von ARD's Delling mit Netzer immer etwa so aus:
Netzer: „Herr Delling, Sie sind schon ein Idiot.“
Delling: „Ihre Fachkompetenz ist heute ja wieder geradezu überragend, Herr Netzer.“
Netzer: „Ich mein das ja auch gar nicht böse“
Delling: debiles Grinsen
Von fußballerischem Sachverstand ist bei ARD-Übertragungen jedenfalls nichts zu spüren.

Weniger bekannt ist aber die Verlogenheit des Exnationalspielers: Beklagt er im WM-Studio noch die Kommerzialisierung des Fußballs und insbesondere der WM (hab ich hier auch schon was zu geschrieben), ist er hinter den Kulissen doch nach dem höchst unsympatischen FIFA-Boss Blatter hauptverantwortlich für die andauernde T-Com-Werbung („ahaaaaahaaaaaaaa“) und das dauernde „präsentiert von Bitburger“ („ping“). Seine (im Steuerparadies Schweiz ansäßige) Firma Infront ist nämlich nicht nur ehemaliger Zwischenhändler der Bundesligalizenzen, sie hat auch die Fernsehverträge der Weltmeisterschaft ausgehandelt. Ob man von einem Interessenkonflikt sprechen kann, wenn jemand einem Sender die Rechte an einem Event verkauft und anschließend selbst in der Übertragung von diesem Event auftritt, will ich nicht bewerten.

Wenn aber das Gesicht von Günter Netzer und seine Frisur das größte Problem bei dieser WM sind, größere Ausschreitungen und Krawalle weiter ausbleiben und n-tv in jeder Nachrichtensendung besoffene Australier zeigt, die uns mitteilen, Deutschland sei der geilste Platz der Welt , kann man nur von einem gelungenen Ereignis sprechen. Wir feiern weiter die Welt zu Gast bei Freunden™ und ich bin sicher, Klinsis Elf wird Ecuador schlagen (sollte es anders kommen werde ich diese Zeile morgen nach dem Spiel streichen).

haut rein,
dave
19.6.06 23:32


„Die Coolsten“ für das deutsche Vaterland

In letzter Zeit ist alles schwarz-rot-gold. Mittlerweile gibt es Lieferschwirigkeiten bei deutschen Flaggen. Fröhlicher Party-Patriotismus allenthalben – über den sich niemand von unseren WM-Gästen beklagt – nur ein paar Deutsche, meinen das neue, weltoffene Selbstwertgefühl der Fußballrepublik Deutschland kritisieren zu müssen.
Da der gegenwärtige Patriotismus aber nicht in Selbstverherrlichung und Kritiklosigkeit liegt wie bei den Amerikanern und anderen Nationen, sondern sich vielmehr auf Freude am gemeinsamen (fußballerischen) Sieg begrenzt und keineswegs die Verbrechen in der deutschen Vergangenheit ausblendet, gibt es keinen Grund ihn zu dämonisieren. Freude an der Nation ist so positiv wie Freude überhaupt.

Besonders in der Kritik: Die deutsche Nationalhymne. In der Verfassung nicht festgeschrieben, wird seit 1952 die dritte Strophe des „Liedes der Deutschen“ von Hoffman von Fallersleben gesungen. Die „Gewerkschaft Erziehung und Bildung“ (GEB) legte just zur FIFA-WM ein Heft neu auf mit dem Untertitel „Geschichte und Gegenwart eines furchtbaren Lobliedes auf die deutsche Nation“. Die GEB will die Broschüre aus dem Jahr 1990 an hessischen Schulen verteilen. Zentrale Forderung der Gewerkschaft ist die Abschaffung des Liedes als Nationalhymne.
Begründet wird das vor allem mit Argumenten gegen die Erste Strophe („Deutschland, Deutschland über alles...“). Diese habe einen imperialsitischen Unterton und würde andere Länder als Minderwertig difamieren. Dem Klang nach ist das zwar richtig, allerdings hat der Dichter diese Strophe mehr im Sinne von „Deutschland über all die Kleinstaaten“ gemeint. Denn zum Zeitpunkt als der Text entstand war Deutschland in viele Kleinstaaten zerfallen, es war eines der Ziele der natinalliberalen Bewegung im 19. Jahrhundert, der auch der Dichter angehörte, Deutschland zu einen. Die triftigen Gründe, warum die erste Strophe nicht mehr gesungen wird sind zum einen die in dieser Strophe erwähnten Grenzen („Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“) die den heutigen deutschen nicht entsprechen und von anderen Staaten als Bedrohung der eigenen Teritorien angesehen werden und zum anderen die Verwendung dieser Strophe als Nationalhymne Hitlerdeutschlands neben dem „Horst-Wessel-Lied“. Dass das Deutschlandlied – zuvor Hymne der Weimarer Republik – von den Nazis übernommen worden war und zu den Klängen dieser Hymne Millionen Menschen starben ist ein Kritikgrund der GEW.

Der grund, warum wie heute nicht die zweite Strophe singen ist einfach: Sie ist zu doof. Der Text „Deutsche Frauen, deutsche Treue, deutscher Wein und deutscher Sang. Sollen in der Welt behalten ihren alten schönen Klang. Uns zu edler Tat begeistern unser ganzes Leben lang.“ ist schlicht nicht intelligent genug für eine Nationalhymne. Außerdem wird diese Strophe als frauenfeindlich empfunden.
An der dritten Strophe, die mit Einigkeit und Recht und Freiheit auf die demokratischen Stützen unseres Staates verweist, klebt hingegen kein Blut und sie ist uch nicht dämlich un damit ist sie eine passende Nationalhymne.

Politiker wie Wolfang Thierse (SPD) fordern allerdings, eine weitere Strophe zu dichten, denn der aktuelle Text sei im Vergleich zu anderen Hymnen schlicht zu kurz. Recht hat der Mann! Hier mein Vorschlag für eine neue Hymne:

„Wir sind die Coolsteeeeeeen!
Wir sind die Coolsteeeeeeen, ...denn wir sind so cool, dass wir die Coolsten sind!
Wir sind die Coolsteeeeeeen!
Wir sind die Coolsteeeeeeen, ...denn wir sind so cool, dass wir die Coolsten sind!
Wir sind die Coolsteeeeeeen!
DEUTSCHLAND!
Wir sind die Coolsteeeeeeen!
Wir sind die Coolsteeeeeeen, ...denn wir sind so cool, dass wir die Coolsten sind!
Wir sind die Coolsteeeeeeen!
Wir sind die Coolsteeeeeeen, ...denn wir sind so cool, dass wir die Coolsten sind!
-Gittarrensolo-
Wir sind die Coolsteeeeeeen!
Wir sind die Coolsteeeeeeen, ...denn wir sind so cool, dass wir die Coolsten sind!
DEUTSCHLAND! DEUTSCHLAND!“


haut rein,
dave
22.6.06 15:43


"Frei wie ein Vogel im Wind..."

Ferien! Chillen, Grillen, Feiern, die Grundstöcke, aus denen ordentliche Ferien bestehen.
Mit dem heutigen Ferienanfang ist aber nicht nur Vorfreude auf die geile Zeit, die da kommt, verbunden, der heutige Tag markiert auch das Ende der Sekundarstufe 1, damit die Auflösung des Klassenverbands und die Verbannung der 10a ins Dunkel der Erinnerung. Vier Jahre in dieser Klasse waren wunderbar - wir sind einfach verdammt tolle Menschen.
Einige Menschen müssen wir verabschieden, so wird Basti die Schule verlassen, Pöppi ein Jahr als "Missionar" in Rumänien verbringen und Ariane zum Amerikaaustausch aufbrechen. Die Versetzung zweier weiterer Schüler muss erst in Nachprüfungen erreicht werden.
Dennoch werden die Ferien voll sein mit 10a - zumindest für mich. Am Ende der Ferien findet das große 10a-Abschlussgrillen statt, außerdem werde ich bis zu diesem Termin den Klassenfahrtsfilm fertig haben, so dass wir alle noch einmal an unsere Sünden erinnert werden.
Aber auch ohne diesen Film bin ich kreativ in den Ferien voll ausgelastet: Demnächst werde ich eine Tacheles-Seite für meine (hab ich das schon erwähnt?) überaus grandiose Theatergruppe online stellen, außerdem wird Zimmerbrand! ein neues Design verpasst kriegen. Einträge werden hier, da ich nicht in Urlaub fahre, auch ständig gepostet werden. Also Langeweile dürfte bei Dave nicht auftreten und wenn doch kann man immer noch feiern!

Schöne Ferien, bis bald, haut rein,
dave
23.6.06 11:54


Bärensorgen

In den letzten Wochen streifte im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet ein Bär herum. „JJ-1“ oder „Bruno“, wie ihn die Medien nannten, war ein „Problembär“ (diese süße Bezeichnung stammt natürlich vom König dämlicher Ausprüche Edi Stoiber). Der Bär war verhahaltensauffällig, rieß wahllos Schafe ohne sie zu verspeisen und hielt sich – für Bären untypisch – ohne Scheu vor Menschen in der Nähe von Siedlungen auf. In der Nacht zu Montag hat die bayrische Staatsregierung dem „Risikobären“ (die Bezeichnung istt von einer österreichischen Naturorganisation) abschießen lassen.

Das Thema JJ-1 beschäftigte die deutsche Nation, seit Meister Petz wieder eine Tatze auf deutsches Territorum gesetzt hatte, wie kein anderes. Man versuchte den Bär – nachdem er identifiziert worden war – einzufangen, zu betäuben, stritt über Abschuss oder Nichtabschuss. Und gab vor allem viel Geld aus: Für finnische Bärenhunde, für Bärensuchtrupps, für Bärenexperten. Offensichtlich hat die chronisch pleite Bunderepublik Deutschland nichts besseres zu tun als Geld, mit dem man Unmengen HartzIV-Empfänger durch den Winter bringen könnte, mit hysterischer Bärenpanikmache und Bärenjagd zu vergeuden.

Die Medien kannten und kennen neben der Fußball-WM nur noch das Thema Bruno. Das nutzte und nutzt die Politik schamlos aus: Während die Fernsehkameras abwechselnd auf die FIFA-WM-Stadien und den bayrischen Wald gerichtet sind, kämpft sich die Berliner Koalition heimlich, still und leise durch Föderalismus- und Gesundheitsreform und beschließt nebenbei noch Kürzungen bei Alg2 (HartzIV). Aber der einfache Bürger kriegt nicht mit, dass er demnächst möglicherweise nur noch dann Zahnersatz erhält, wenn er Adidas-Erbe und Millionär ist. Alle Welt diskutiert nur darüber, ob JJ-1s Tod richtig war. Es gibt sogar Morddrohungen gegen Jäger und Politiker. Die bayrische SPD hat keine dringederen Sorgen (zum Beispiel endlich mehr als 25% bei einer Wahl zu holen), als den Rücktritt von Landesumweltminister Werner Schnappauf zu fordern.

Der Bayrische Rundfunk zittiert den Hüttenwirt, der die Polizei auf Brunos Spur geführt hat, mit den Worten „Er hat vor uns Angst gehabt“. Das ist vielleicht quotenförderlich, aber uninteressant.
Mir persönlich ist es scheißegal ob JJ-1 abgeknallt wird, während in China Menschen in nicht gesicherten bergwerken sterben, in Afrika Kindersoldaten aufeinander schießen, in Israel Panzer auf Zivilisten feuern, sich im Irak Selbstmordattentäter in die Luft sprengen, in Berlin unsinnige Kompromisse geschloßen werden und Deutschland die Chance hat, Weltmeister zu werden. All diese Dinge sind wichtiger als JJ-1, der bemitleidenswerte Problembär.

haut rein,
dave

PS: Bei meinen Recherchen für diesen Eintrag stieß ich auf den Namen des bayrischen Bärenbeauftragten (warum gibt ein Staat, in dem seit über 150 Jahren keine Bären mehr leben, Geld für Bärenbeauftragte aus?): Der gute Mann heißt Wölfl. Find ich lustich.
26.6.06 21:45


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