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Das Leiden mit Herrn G.

Die Ferien sind vorbei!
Diese bittere Wahrheit auszusprechen hat mich schon einige Überwindung gekostet. Doch für niemanden war der Wiedereinstieg in den Schulalltag schwerer als für uns Schüler der 10a, denn in der ersten Stunde erwartete uns eine volle Ladung Physik. Physik – an sich schon kein Grund zum jubeln – ist noch unerfreulicher, wenn der Unterricht von dem Mann erteilt wird, den Schüler mit so liebevollen Spitznamen wie „Rapunzel“ oder „die Kröte“ bedenken.

„Geld ist nicht gleich Euro“

Das Verhältnis unserer Klasse zu Herrn G. ist jedoch ein ganz besonderes. Seit wir seinen hochinteressanten Unterricht zu spüren bekommen und seine unglaublich faire Notengebung (Gruß an Köhle) kennen gelernt haben, bemüht sich eine kleine Gruppe um unsere Klassensprecherin um eine Verbesserung der Situation und Behebung einiger Probleme, auf die ich hier kurz eingehen will.

"Ich bin hier als Physiker, nicht als Creator"

Trocken wäre noch eine zu positive Beschreibung der Unterrichtsführung; die Physikstunde besteht meistens aus einer kurzen mündlichen Prüfung eines Schülers, bei der die Vorstunde abgefragt wird, darauf folgt ein längerer Monolog über irgendein Physikthema, wozu wir schließlich einen Text von der Tafel abschreiben müssen. Es gibt praktisch keine Schülerbeteiligung und – abgesehen von der kurzen Abfrage zu Beginn – keine Möglichkeit, Einfluss auf seine Note zu nehmen (in drei Jahren bei ihm habe ich in Physik nicht ein Referat gehört). Dieses Unterrichtsprinzip preist der stets freundliche Herr G. als pädagogische Inovation.
Des Eindrucks einer ungerechten Notenvergabe kann sich „die Kröte“ nicht erwehren, da nicht die Möglichkeit besteht, sich in Tests für eine gute Zensur zu qualifizieren. Die mündlichen Befragungen bewertet G. höchst subjektiv und wendet dabei bestenfalls umstrittene Fragemethoden an („Jetzt tut er so, als wär ich im Unrecht, als wenn ich ihm weh getan hätte“).
Gerüchten zufolge hat G. außerdem ein Alkoholproblem, auch wenn dieses Thema von der Schulleitung offiziell abgehakt worden ist. G. verlässt – meist mit fadenscheinigen Begründungen – einmal pro Stunde den Physikraum, diese Zeit wird von Schülern gerne als Getränkepause bezeichnet. Außerdem ist der Geruch nach Alkohol, der G. anhaftet, nur schwer mit Naturheilverfahren zu erklären.

„Ein Fels leistet großen Widerstand, wenn man ihn zum Weinen bringen will“

Auf Betreiben von Eltern und der Klassenvertretung kam es schon vor einiger Zeit zu einem Gespräch mit Schulleiter Strobel, es blieb jedoch ohne erkennbare Folgen für den Unterricht.
Aus diesem Grund war unmittelbar vor den Osterferien ein weiteres Gespräch angesetzt, bei dem Verbesserungsvorschläge für Physik vorgebracht werden sollten. Es fand statt, aber Herr G. zeigte sich wieder uneinsichtlich. Er über seine Erfahrungen als Lehrer: „Es gab jahrelang nur einen Physiklehrer. Den besten. [Pause] Mich!“
Schließlich sollte „Rapunzel“ in der heutigen Stunde mit der Klasse direkt nach Lösungen suchen. Das war eine Empfehlung des Schulleiters!

„Im Gebirge sind die Hänge steiler als in der Ebene.“

Dazu kam es nicht, wir erlebten wieder den gleichen unsinnigen Ablauf wie sonst, wobei G. seinen Unterricht wie üblich mit tollen Vergleichen auflockerte: „Licht ist wie eine Bowlingkugel und Gammastrahlen wie eine Kanonenkugel..., nur dass man ein Bowlingkugel rollt und die Kanonenkugel geschossen wird. ABER KUGEL BLEIBT KUGEL!" Außerdem erklärte er uns, „Große Worte sind billig!, -er schrie das letzte Wort und ich fühlte mich in eine Saturnwerbung versetzt.

„Schnappi ist doch schon längst nicht mehr in den Charts“

Im Wissen, dass es bis zu den Sommerferien nur noch 8 Wochen sind, bewahre ich Ruhe und freue mich auf die vielen schönen G.-Zitate, die bis dahin noch auf uns zukommen.
Übrigens soll Grönhagen bloß froh sein, dass ich hier nicht seinen echten Namen genannt habe!

haut rein,
dave

PS: Dieses Bild hat mir Divinux zugesannt... find ich sehr passend
24.4.06 16:14


Die Astralvampire kommen!

Heute beschäftigen wir uns mit dem deutschen Fernsehen. Außer Endlos-Wiederholungen von „Knightrider“ und Jörg Pilawas „Super-WM-Show“ fällt den großen Sendern leider nichts sendenswertes ein. Fernsehen, das nicht zum einschlafen taugt sehen wir leider nur noch selten – mittlerweile muss man schon „Wer wird Millionär“ und „Tatort“ als Höhepunkte der Fernsehwoche einstufen. So verfällt der geneigte Zuschauer schnell ins Zappen und wenn nicht grade „Pimp my Ride“ läuft, landet man auf den bizzaren Kanälen weit hinten auf der Fernbedienung.
Aber was ist definitiv das schlechteste freiempfangbare Programm?
Viele werden sofort schreien: „9live, 9live!“ Ja, der Sender, wo der Zuschauer angebrüllt wird wie sonst nur Gefangene in Guantanamo („Das kann doch nicht wahr sein!“, „Holen Sie sich Leitung 25!“, „Ich werde wahnsinnig!“) war bis vor einiger Zeit die Krone der Schöpfung im Bereich Fernsehschund. Doch mittlerweile findet er so viele Nachahmer, von DSF bis Viva+, die noch blliger produzieren und noch dämlichere Fragen stellen, dass der Münchener Sender einfach nichts Besonderes mehr ist.
Nein, das wirklich Schlimmste ist im Prinzip das genaue Gegenteil von 9live. Der Sender, bei dem die Zuschauer (gegen teure Gebühr) dem Moderator Fragen stellen können. Bei AstroTV heißt es zwar nicht „Wo ist der Fehler im rechten Bild? “, vielmehr fragt man den Kanal voller „professioneller Berater“, ob man sich ein neues Haus kaufen, sich von seinem Partner trennen oder demnächst an Krebs sterben wird. Die Berater geben dann Antworten, die sie in den Sternen, einem Glas Wasser oder in einem Skatblatt zu lesen vorgeben.
In Wirklichkeit ist es natürlich sehr einfach, die Fragen der Anrufer zu beantworten, denn auf fast alle passt das gleiche Profil: Sie sind Mitte Vierzig oder älter, hatten seit mindestens zwei Jahren keine Liebesbeziehung mehr und wollen wissen ob sich daran demnächst etwas ändert. Außerdem sind so gut wie alle Anrufer weiblich. Der Wasserleser oder die Kartenlegerin entgegnet dann, dass sich mittelfristig (in der Regel bis Ende August) eine neue Beziehung einstellen wird. Um ein wenig zu variieren wird der Häfte aller Anruferinnen mitgeteilt, dass sie diesen Mann schon kennt.
Um diesen Eintrag schreiben zu können habe ich Feldforschung betrieben und eine halbe Stunde AstroTV geschaut. Die extrem gruselig aussehende Beraterin hieß Tahooti. Abgesehen davon, dass das ein scheiß Künstlername ist, hat diese Frau in der halben Stunde zwei Anruferinnen empfolen sich scheiden zu lassen. Alle Informationen, die sie brauchte um diesen Rat auszusprechen hatte sie aus ihren Tarotkarten! Doch Tahooti zerstört selbstverständlich nicht nur Beziehungen, sie ist auch geschäftstüchtig: Bei einer Anruferin simulierte sie einen Ohnmachtsanfall und erklärte dann, dass sie das, was sich ihr übersinnlich offenbart hatte, nicht in einer öffentlichen Sendung darlegen könne. Sie bat die Anruferin also zu einem Privatgespräch nach der Sendung, was die arme Frau warscheinlich um eine größe Summe gekostet hat.
Während Tahooti auf neue Opfer wartet erklärt sie gerne die spirituelle Welt „Es gibt Larven, es gibt Schemen, es gibt Astralvampire, das gibt’s alles.“ Leider hat sie nicht noch erklärt, was genau Astralvampire sind. Um das herauszufinden muss man wohl ihr Buch kaufen, dass in der Werbepause gepriesen wurde. Tahooti schreibt ihre „Engelskontakte“ und die geheimnisvolle Verwandschaft christlicher Engel mit ägyptischen Göttern.
Am Ende ihrer Sendezeit bemerkte die Beraterin noch, dass sie von der vielen Energie die durch sie strömt immer ganz geschafft ist. Die Ärmste.
Also, wenn ihr Zeit habt, solltet ihr einen Blick auf AstroTV riskieren. Ist immer noch unterhaltsamer als David Hasselhoffs redendes Auto!

Bäääähm! haut rein,
dave
26.4.06 16:47


Mit den Besten bin ich am strengsten!

Was ist eigentlich das unsympatischste Unternehmen Deutschlands?
Ist es die Deutsche Bank, wo der Manager in einem Satz Gewinnzuwächse in Milliardenhöhe ver- und die Entlassung Tausender ankündigt?
Oder ist es Volkswagen, wo die Chefetage auf Unternehmenskosten die Qualität der Dienstleistungen in jedem Puff zwischen Prag und Rio de Janeiro testete? Böse Zungen behaupten, von jedem VW ginge ein Euro direkt in die Tasche einer tschechischen Edelnutte.

Nein, in Wahrheit ist es wohl die Deutsche Bahn. Denn die Frechheiten dieses Unternehmens sind nicht einfach moralisch verwerflich und korrupt, wie im Wolfburger Autokonzern. Sie richten sich auch nicht bloß gegen die Mitarbeiter, wie bei der Deutschen Bank. Die Bahn tut einfach alles um sich bei Kunden äußerst unbeliebt zu machen.
Vor einigen Jahren versuchte der Logistiker seinem - natürlich absolut unbegründeten - Unpünktlichkeitsimage mit der Werbekampagne „Mit den Besten ist man am strengsten“ entgegen zu wirken. Hier erweckte die Bahn den Eindruck, sie sei am pünktlichsten. Man vergaß aber zu erwähnen, dass die Bahn nur im „Schienenfernverkehr“ am pünktlichsten war. Klar, denn in Deutschland gibt es nur ein Schienenfernverkehrsunternehmen.
Akzeptiert man Unpünktlichkeit noch zähneknirschend, gehören die anderen Kapriolen der „privatisierten“ Bundesbahn mehr denn je an den Pranger: Unhöflich-unsympatisches Personal, Zugausfälle, über die der Fahrgast erst eine halbe Stunde nach Abfahrtstermin informiert wird und unverständliche Durchsagen in Zügen und auf Bahnsteigen. Muss ich damit als Kunde einfach klarkommen? Ist das mein Problem? Ist ein wenig Service und Verlässlichkeit von einem Monopolisten einfach viel zu viel verlangt?

Vor einem Monat ging die 10a des GSG auf Klassenfahrt. Wir nahmen ein Angebot der DB wahr, dass uns Anfahrt im ICE auf reservierten Plätzen versprach und in dem die Unterkunft schon inbegriffen war.
Um sechs Uhr in der Früh bestiegen wir uns also in Hamm den (verspäteten ) ICE Köln-Berlin. Laut Unterlagen befanden sich unsere Plätze in „Wagen 23“. Das bedeutete, dass sechsundzwanzig unausgeschlafene Menschen bepackt mit schweren Koffern durch den Zug liefen. In jedem Wagon war groß die Kennzahl angebracht: 28, 27, 26, 25, 24, 22, ... 22!? Unser Wagon fehlte, er war einfach vergessen worden! Ein (unhöflicher und sichtlich genervter) Schaffner gab uns zu verstehen, dass wir mindestens bis Bielefeld stehen mussten, wo wir dann außenrum zum Wagen 33 liefen, der aber auch keine freien Plätze enthielt.
Schließlich wurden wir in kleinen Gruppen über den ganzen Zug verteilt. Die reservierten 26 zusammenhängenden Plätze gab es nicht.
Aber was soll's, mann kann ja nicht erwarten, vorzufinden, wofür man bezahlt hat.

Ach ja, im Nahverkehr setzt die Bahn jetzt keine Menschen zum kartenverkaufen mehr ein. Um die offenbar unerwünschte Kundschaft zu zwingen, sich endlich ein Auto (am besten VW) zuzulegen, gibt es Karten für Kurzstrecken nur noch an Automaten, die so aufgebaut sind, dass man sie nur versteht oder bedienen kann, wenn man einen einwöchigen Lehrgang besucht hat. An kleinen Haltepunkten fehlen sowieso die Anleitungen zur Benutzung der Automaten oder letztere sind einfach ohne Strom.

Ich hab hier vielleicht etwas übertrieben (der Satz setht hier nur, weil das wahrscheilich zwei Leute lesen, die Väter bei der Bahn haben), sie hat auch ihre guten Seiten: als ich gestern von Kamen nach Krefeld fahren wollte und in Duisburg umsteigen musste, hatte der Zug nach Duisburg eine Viertelstunde Verpätung, so dass ich glaubte, den Anschluss verpasst zu haben – aber der hatte selbstverständlich zwanzig Minuten Verpätung! Auf die Bahn ist eben Verlass!

haut rein (@Phil: Bäääähm!),
dave
29.4.06 19:46





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