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NPD Parteitag in der "Reichshauptstadt"

Es hat kaum einer mitgekriegt, aber dieses Wochenende fand in Berlin der erste Bundesparteitag der NPD in der "Reichshauptstadt" statt. Mehr oder weniger unter Auschluss der Öffentlichkeit - die streng kontrollierten Journalisten durften nur einem Teil der Veranstanltung beiwohnen - tagte die NSDAP-Nachfolgeorganisation im Märkischen Viertel. In der Halle: 500 Deligierte. Davor: nur 400 Gegendemonstranten. Parteien und Gewerkschaften hatten tausende angekündigt. Niemand regt sich mehr über die Braunen auf.

Übergriffe auf Ausländer haben in den Regionen Ostdeutschlands, wo es noch welche gibt, zugenommen, die Politik und vor allem die Bevölkerung schauen weg. In Mecklenburg-Vorpommern sitzt die NPD seit Kurzem im Landtag. In Sachsen hat sie beinahe genauso viele Stimmen wie die SPD erhalten (die sich mit rund 9 % aber auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat). In Brandenburg sitzt die zweite rechtsradikale Partei, die DVU, schon zum zweiten Mal in Folge im Landtag. Jüngst erst hat die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung auf die gestiegene Zuneigung der Bevölkerung zu rechtsradikalem Gedankengut hingewiesen. Der ARD_Deutschlandtrend konnte in seiner letzten Umfrage bei über der Hälfte der Befragten Unzufriedenheit gegenüber der Demokratie erkennen, was immer das genau bedeuten mag.

9% der deutschen werden laut neuesten Studien als rechtsradikal eingestuft, einzelne rechtsradikale Thesen sind viel weiter verbreitet (Führerprinzip, Antisemitismus, Herrenmenschenwahn). Tröstend höchstens, dass die Nazi-Ideen vor allem bei Männern mit niedrigem Bildungstandart über 60 verbreitet sind - die haben die längste Zeit unseren Volkskörper vergiftet, um sich mal der Spraczhe des selbsternannten Dritten Reichs zu bedienen.

Intressant: Wo die NPD bei soviel Wählerpotential tatsächlich die Chance hätte republikweit Schaden anzurichten, stellt sie sich selbst ein Bein: Die "Nationalen", die heute noch erklärten, bei den nächsten Bundestagswahlen in den "Reichstag" einziehen zu wollen, werden kaum einen ordentlichen Wahlkampf (inklusive politische Gegner verprügeln?) finanzieren können, denn der Bund fordert jetzt 863.000 Euro an Parteienfinanzierung zurück. Wei die thüringische NPD in den 90ern parteispenden falsch verbucht hat will Deutschland sämtlihe staatlichen Zuwendungen aus den Jahren 1998/99 zurück. Schade, Pech gehabt, ihr rechten Säue!

Noch eine Annekdote vom NPD-Parteitag: Ein ausländischer Gastredner (der Führer der portugisischen Nazis), der seine Rede in englischer Sprache mit Dolmetscher von der NPD gehalten hatte, beendete seinen Vortrag mit den deutschen Worten: "Heil Deutschland! Heil NPD" Der Dolmetscher übersetzte (die schon deutschen Worte) mit "Hurra Deutschland! Hurra NPD!" Man will ja nicht den Eindruck erwecken, man wär Nazi...

haut rein,
dave

Quellen: Spiegel ONLINE, tagesschau.de, Westfälische Rundschau
13.11.06 00:13


Dessert im Haar

Seit "Schnitzel geht immer" weiß ich, wie man sich fühlt, wenn man penetrant nach Dessert richt (der extreme Erdbeer-Vanille-Geruch war nach der letzten Aufführung auch nach dreimaligem Duschen noch deutlich an mir auszumachen). Der übermäßige Kontakt mit Blut und Eiter hat auch eine kehrseite.
Schluss mit dem Tacheles-Insiderhumor! Mit diesen ersten Sätzen wollte ich nur meine mittlerweile tiefe Zuneigung zu Nachspeisen in meinem Haar zum Ausdruck bringen, welche in gewissem Zusammenhang mit meiner neuen Frisur steht. Denn meine neuerdings kürzeren Haare, jetzt flächendenkend nach oben gegelt werden mit einem anderen Haarpflegeprodukt behandelt als zuvor.

Ursprünglich hatte ich gar nicht vor, meiner Frisur eine Radikalkur zu verpassen, ich wollte eingentlich beim Standart (Haare platt - Pony hoch) bleiben. Doch meine Mutter hatte in irgendeiner Testzeitschrift die guten Noten für Plus' Gel gesehen und beschlossen, davon gleich einen Jahresvorrat anzulegen. Nun öffnete ich nichts ahnend die rosafarbene Tube (eigentlich hätte mich schon die Farbe abschrecken müssen) mit "Hairwell Styling Gel ultra strong". Da stieg mir ein eindeutig bekannter Geruch in die Nase: Erdbeer! Eindeutig Erdbeer. Auf der Packung findet sich kein Hinweis auf die "Geschmacksrichtung" meines Haarpflegeprodukts, aber der Geruch ist einwandfrei da und weckt Erinnerungen an meine monatlich wiederkehrenden Kontakte mit Desserts, namentlich mit Erdbeerkaltschale. Aus einem spontanen Impuls heraus beschloss ich meiner Kopfzierde eine neue Form zu geben und dabei wesentlich mehr von dem chemisch-gut riechenden Zeug zu verbrauchen, als sonst nötig gewesen wäre.
Allerdings macht es mir etwas Sorgen jetzt ständig mit penetrantem Erdbeergestank durchs Leben zu wandeln...

Ein Eintrag über die Entstehung meiner Frisur - irgendwie etwas merkwürdig. Aber ich lass ihn besser drin, einfach um nochmal auf die "Schnitzel geht immer"-Aufführung diesen Sonntag (18 Uhr), diesmal wieder mit der ganzen schwulen Kommunistenbande, und auf mein verbessertes Aussehen hinzuweisen. Das nächste Mal vielleicht etwas über die Entwicklung der "Porno-Locke" (analog zu "Schnitzel geht immer" auch gerne "Charakter-Locke" genannt), die gelegentlich meine Stirn ziert. Obwohl... eher nicht.

haut rein,
dave
10.11.06 21:05


Idioten zu später Stunde

Wer 7 Minuten Zeit hat sollte sich vor der Lektüre des heutigen Eintrags bitte den folgenden YOUTUBE-Clip anschauen, es lohnt sich!



Man fragt sich, warum RTL keine Strafverfolgung wegen Betrugs fürchten muss, denn genau darum handelt es sich. Die frech in die Kamera gegrinste Lüge, die Karten seien "1a gemiascht" lassen jeden Gedanken an ein Versehen verblassen, mit voller Absicht ist hier der Zuschauer getäuscht worden. Oder hat er sich täuschen lassen. Kann man sagen, wer darauf reinfällt, ist doch selber Schuld?

Die ungemein dreiste RTL-Betrügerin ist schließlich nur die Spitze des Eisbergs: Auf DSF stellen zu noch früherer Stunde nackte Dilettantenschlampen Fragen wie "Welches Wort suchen wir, es fängt mit Box- an?". Die Antwort lautet dann meist "Boxlaterne" oder "Boxanlage". Über die Dreistigkeit von Deutschlands erstem Betrugssender 9Live will ich gar nicht sprechen, auch nicht von dem, was Tele5 zwischen den schlechten Filmen fragt.

Das Problem ist die Dummheit der Leute, die dort anrufen und mit jedem Anruf 49Cent (im 9Live-Jargon "Eine Mark") in die Kassen des Senders vom eigenen Konto pumpen. Man sollte jeden, der ein Telefonanschluss hat, zu jährlichen Antiidiotie-Seminaren verpflichten (auf Kosten der Telekom, wer 30000 stellen streicht kanns sich leisten), damit die Bildungsunterschicht und dumme Hausfrauen (nicht alle Hausfrauen sind dumm!) nicht total verarmen. Es muss vermittelt werden, wie sinnlos, dumm und verrückt ein Anruf beim Mitmachquiz oder der Astroshow ist.
Wobei der Nachteil einer solchen Erziehung zum "Verantwortungsbewussten Telefonbenutzer" natürlich darin liegt, dass es nach der dann zu erhoffenden Pleite von 9Live und Co für uns wesentlich weniger zu lachen gäbe.

haut rein,
dave

P.S. Gott sei Dank hab ich den Eintrag vorm Post noch Mal durchgelesen, sonst hätte ich tatsächlich "Dummerheit" statt "Dummheit" geschrieben. Und ich mach mich über die Bildungsunterschicht lustig...
8.11.06 20:23


"Uso spackt ab" - Novemberausgabe

Wir are back - Tacheles führt zum zweiten Mal seit der Premiere "Schnitzel geht immer oder Udo spackt ab", nach einhelliger Meinung von Zuschauern und Schuspielern die beeindruckenste Produktion der JKS-Gruppe, auf. Für alle die dieses Stück noch nicht gesehen haben hier die Daten der Sonntäglichen Aufführung:

JKS presents A Tacheles Production:
"Schnitzel geht immer oder Udo spackt ab"
Sonntag, 12. November 2006
18 Uhr
Theaterraum der Jugendkunstschule Unna

Es ist allerdings anzuraten frühzeitig da zu sein. Je nachdem wie voll es wird (einen Überblick über die erwartete Anzahl Zuschauer kann ich mir bei der Probe am Donnerstag verschaffen), werden die Türen möglicherweise schon lange vor 18 h geschlossen, wer schon um halb6 da ist, ist klar im Vorteil, weitere Infos folgen.

haut rein,
dave
6.11.06 22:37


Das lebende Stilverbrechen

Es wäre Oberflächlich, seine Mitmenschen nur über ihr ihre Kleidung oder ihren Stil zu beurteilen. Es wäre unverschämt, sich über das Aussehen seiner Mitmenschen zu mukieren oder lustig zu machen - es sei denn, es gibt noch andere Gründe sie scheiße zu finden (wir wissen auf welchen Mitschüler, gegen den nur manchmal telekinetische Fähigkeiten wirken, ich hier anspiele...).

Aber manche Menschen lassen sich nur über ihren Stil definieren. Unser gegenwärtiger SoWi-Lehrer, ein Referendar, hat ein verblüffendes Talent, Woche um Woche, Tag für Tag in ein neues Fettnäpfchen zu treten. Herr Z. macht einen Unterricht, so unscheinbar wie seinerzeit Ge-Po bei Herrn Rogalski: Viele Zettel, viel Geschwaffel, wenig Ahnung. Im Gedächnis bleibt nichts außer der Tatsache, dass Benni ein Bonzenkind ist und das habe ich nicht durch Herrn Z. gelernt. Für anhaltendes Gelächter abseits von Z.s Blättern über Parteienfinanzierung und innere Demokratie sorgen allerdings seine extravaganten Outfits.

Ich hätte es aus rhetorischer Sicht schön gefunden, diesen Absatz mit "An seine absurden Hemden hatte man sich ja schon gewöhnt" zu beginnen, aber das wäre gelogen.
Die Hemden sind wohlwollend mit schräg, ehrlich mit scheußlich zu betiteln. Wir alle kennen das Hemd, das die Umrisse einer Weste in gruseligsten Farbtönen zeigt. Kombiniert mit der völlig unsinnig und unpassend wirkenden Brille, die ihn aussehen lässt wie eine mäßige Harry-Potter-Karikatur, bildete es für Monate das Bild, das man von Z. im Kopf hatte.
Getoppt wurde dies jedoch kurz vor den Herbstferien durch das weiße Hemd mit riesigen roten Rosen. Was sollte das?? Gekleidet wie ein schwuler Zwerg auf Brautschau versucht er den Sowi-Kurs zu leiten... Im Psychologiekurs ist es, nach dem was man so hört, an dem Tag zu tumultartigen Szenen gekommen...

Doch nach den Ferien ging das Grauen weiter: Herr Z. betrat die Schule in der Kombination Hemd mit Leopardenhalstuch. Dieses ungemein häßliche und geschmacklose Kleidungsstück wurde sogar von einer Lehrerin vor Schülern abfällig kommentiert. Wenig später stieg der Referendar dann um auf beige Rollkragenpullis. Zunächst wirte es wie eine Verbesserung, doch dann sog er zur Abrundug eine weiße Fransenweste drüber - das Gelächter war grenzenlos.

Zu erwähnen wären noch Z.s grundsätzlich viel zu enge Hosen, über die sich die Schülerinen in der ersten Reihe beklagen, und sein Prinzessin-Amidala-Etui (Star Wars).

Wir wollen den armen Mann nicht wegen seines Stils, für den Blindheit wahrscheinlich die einzige Entschuldigung wäre, fertig machen. Er ist schließlich auch ein ganz normaler Referendar: unfähig, uninformiert und unerfahren. Nehmen wir es ihm nicht übel und beenden wir diesen Eintrag mit einer Reihe von Z.-zitaten aus unserem Stufenforum.

"So ne Vogelspinne kann seeehr kuschelig und zärtlich sein."

" [...] Benedikt, das kommt dir nur negativ zugute."

Schüler: "Die bewerfen sich mit Cola!"
Z.: "Ja das sollte vielleicht besser nicht gemacht werden..."

"Ich habe noch andere schöne Sachen dabei... in der heutigen Stunde befassen wir uns mit der Bestrafung."


haut rein,
dave
2.11.06 17:46


Einführung eines Feiertags

Jedes Jahr ist in Deutschland ein Bischen mehr Halloween. Dieses Jahr bieten die just heute einsetzenden Herbststürme eine wunderbare Kulisse für Geister, Hexen und Gespenster. Uns allen ist das Fest hinreichend bekannt aus amerikanischen Serien und Filmen. Ursprünglich stammt der Tag, an dem mit erleuchteten Kürbissen versucht wird, böse Geister zu vertreiben, aus dem keltischen, vor allem irischen Raum. Die in den USA weiterentwickelte Tradition - Kinder ziehen um die Häuser und erpressen Süßigkeiten - setzt sich nach und nach auch in Europa durch. Auch wenn unsere Eltern vielfach nicht darauf eingestellt sind, dass ihre Vorgärten verwüstet werden können, wenn sie keine Leckereien im Haus haben. Andererseits kann das in Heeren sowieso jede Nacht geschehen...

Natrlich ist klar, wem diese Tradition gefällt: den Herstellern von Spukkostümen, Süßwaren und natürlich Kürbisfarmern. Aber wer hat eigentlich ein Problem mit diesem Brauch? Wenn auch für die ältere Generation noch etwas ungwohnt, kann doch eine lange Nacht mit Party für die älteren und Schokolade für die Kinder nicht schaden, zumal am 1. November Feiertag ist und ausgeschlafen werden kann.
Nun, die evangelische Kirche in Deutschland ist Gegner des Festes, weil es auf ihren Reformationstag fällt, der dadurch immer mehr in den Hintergrund tritt. Nun, wirkliches Mitleid für die Leute, die heute ihrem Reformator Luther gedenken und dabei gerne unter den Tisch kehren, dass der Geistliche nicht nur Koruption in der Kirche anprangerte, sondern auch fundamentalistischer Christ und radikaler Antisemit war. Die zweite Grupppe, der vor Halloween graust, sind die Karnevalisten. Diese Spezies fürchtet, dass ein zweites Verkleidungsfest ihrer 5. Jahreszeit den Rang abläuft. Kann passieren, wär aber nicht schade drum. Die Tatsache, dass man drei Monate im Jahr jederzeit auf mindestens einem Fernsehsender (meistens WDR, gerne aber auch Mal ARD und ZDF, neuerdings immer häufiger RTL) Reden in rheinischem Dialekt hören muss, bei denen man a) nichts versteht und die b) so unlustig sind, dass selbst Menschen, die de Kölschen mächtig sind, immer einen Tusch (Dödöö) brauchen um zu wissen, wo sie lachen müssen, ist mir schon lange ein Dorn im Auge. In meienr Eigenschaft als Westfale will ich Karneval gar nicht verstehen und ahlte es lieber mit den Traditionen meiner Amerikanischer Freunde, die einen Vorteil haben: Da Halloween hauptsächlich im Dunkeln gefeiert wird, muss ich die schlechten Kostüme meiner Mitmenschen nicht sehen.

Zur Information: Diesjähriges Halloween verkleide ich mich als "Man in Black". Karneval werde ich nächstes Jahr wie immer ignorieren.

haut rein,
dave
31.10.06 17:33


Stay The Cours

Man hat den Eindruck, er hat einfach keinen Bock mehr. US-Präsident Schorsch Doppel-Busch stellt sich in wenigen Tagen den Parlamentswahlen, bei denen der US-Kongress, ein Drittel des Senats und gut die Hälfte der Gouverneure in den Bundesstaaten neu gewählt werden. Ein Fiasko für Bushs Republikaner ist abzusehen. Es scheint, als seien die Amarikaner - eigentlich politisch gehirnamputierte - endlich aufgewacht. Ihr Präsident ließ ihnen aber auch keine andere Wahl.

Seit seiner Wiederwahl 2004 hat Bush nicht nur beim Krisenmanagment während der Huricans Katrina und Wilma im vergangenen Jahr versagt. Offenbar ist den US-Bürgern auch klar geworden, dass Schorschs Steuersenkungen nur den Superreichen zu Gute kommen, seine Regierung aus korrupten Superschurken besteht (so musste bereits sein wichtigster Berater Carl Rove sein Büro räumen) und seine Antiterrorpolitik bestenfalls Kreisklasse ist, einer Supermacht unwürdig. Hinzu kommen noch diverse Sex-Affären mit Minderjährigen Praktikanten, die man einem wichitgen Abgeordneten asu Bushs Partei vorwirft, von den Neigungen dieses Mannes scheinen weitere hochrangige Republikaner gewusst zu haben. Auch die großen Unternehmen sehen voraus, dass ein Kippen der Parlamentsmehrheiten hinüber zu den Demokraten bevorsteht, dass für Bush das Regieren bald unmöglich wird, der Spendenetat wurde bei vielen Firmen schon in Richtung der Demokraten umgeschichtet.

Jetzt passierte dem Cowboy im Weißen Haus aber die nächste Peinlichkeit: Angesprochen auf das Fiasko im Irak, dessen Auswirkungen mittlerweile auch die Amerikaner begriffen haben, behauptete Bush, nie den Satz gesagt zu haben, der über Jahre seine gesammte Irakpolitik ausgemacht hatte: "Stay the cours." ("Wir halten den Kurs.") Promt reagierte das Internet, überall kursieren Videozusammenschnitte von zahllosen Bushreden mit dem Inhalt "Stay the cours" (siehe unten), natürlich auch gesteuert von den Demokraten.



Leider wird gerne vergessen, dass auch die Demokraten, die 2003 mehrheitlich für den Irakkrieg stimmten (diese Rückgradlosen Weicheier, die nur Ansgt um ihren Ruf in den Medien haben), auch keine Lösung für die Probleme im Irak angeboten haben. Tatsächlich sind sie sich uneinig: Sollen die Truppen abgezogen werden, der Irak dem Chaos presigegeben werden, weil die Koalitionstruppen, offenbar unausgebildete Trampel, die Stituation nur noch verschlimmern? Oder soll man die Truppen aufstocken, in der Hoffnung, den Widerstand und den innerirakischen Zwist mit Gewalt brechen zu können? Ich hoffe bis 2008, wenn hoffentlich ein demokratischer Präsident die Regierung übernimmt, hat die Partei, deren Symboltier bezeichnenderweise ein Esel ist, eine Antwort gefunden.

haut rein,
dave
29.10.06 20:50


"To Be or Not To Be"

Das Photo wirkt wie eine bizzare Inzenierung von Shakespeares "Hamlet": Ein Mann in Bundeswehruniform hält einen Totenschädel hoch und grinst schief.
Das Bild, augenommen im Jahr 2003, fast zeitgleich mit den amerikanischen Misshandlungen im irakischen Abu Ghuraib Gefängnis, zeigt tatsächlich einen deutschen Soldaten, die Aufnahmen wurden in Afghanistan gemacht. Heute Morgen prankte es auf der Bildzeitung.

Noch hat das Bild in Kabul - außer westlichen Korrespondenten und Diplomaten - niemand gesehen, die Bevölkerung hat nur davon gehört und ist empört. Leichenschändung, denn genau darum handelt es sich hier, ist für Muslime ein noch wesentlich schlimmeres Verbrechen als für Christen. Jemandem aus Europa oder Amerika würde nie einfallen, diesen Vorfall mit den Folterungen durch Besatzungstruppen im Irak zu vergleichen. Für Muslime dürften die Vorfälle qualitativ näher beieinander liegen.
Natürlich gibt es auch andere Unterschiede, zum Beispiel hat die amerikanische Regirung die Misshandlungen möglicherweise angeordnet und wenn nicht begünstigt, die Bundesregierung hat mit Sicherheit keine Störung der Totenruhe gebilligt. Dennoch steht diese ganze "Sache" in Zusammenhang mit weiteren Vorfällen, die Deutschland in einem schlechten Licht stehen lassen, so der KSK-Soldat, der dem Deutschtürken Murat Kurnaz (der zu Unrecht und gegen jedes Völkerrecht zuerst in Afghanistan und dann in Guantanamo Bay festgehalten wurde), in einem amerikanischen Gefängnis in Afghanistan zugerufen hat: "Du standest wohl auf der falschen Seite." Der Soldat tat nichts um die Lage seines Landsmanns zu verbessern. Außerdem bleibt noch die undurchsichtige Rolle des deutschen Geheimdienstes BND, der, glaubt man den Gerüchten, Verdächtige zur Folterung nach Syrien überstellt hat, wenn man ihnen hier nichts nachweisen konnte. Die Rolle hochrangiger Mitglieder der Regierung Schröder bis hin zum Innenminister Schilly und dem damaligen Kanzleramtschef und heutigen Außenminister Steinmeier bei der Entführung des ebenfalls unschuldigen Marokaners el-Masri, der in Guantanamo gefoltert wurde, ist nach wie vor nicht geklärt.

Das alles belastet den Antiterroreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan, das politische Berlin muss sich die Frage stellen, ob die Verteidigung Deutschlands am Hindukush noch Sinn macht. Längst fahren Soldaten der ISAF-Schutztruppe nur noch in gepanzerten Fahrzeugen durch Kabul, weil die Anschlagsgefahr so hoch ist. Welche effektive Aufbauarbeit für die afghanische Bevölkerung kann da noch geleistet werden?

haut rein,
dave
25.10.06 20:57


Perfektion

"Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab", mit diesem gestelzten Satz, der eigentlich kaum Information oder Inhalt hat, begann ein Nachrichtensprecher 1989 einen der ersten westdeutschen Berichte über die Öffnung der Mauer. Wen intressierts? Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ich dem guten Mann von den tagesthemen seinen Spruch geklaut hab, um den Eintrgag über das vergangene Wochenende zu beginnen:

Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab. Und so will ich heute darauf verzichten, das Wochenende als perfekt zu bezeichnen, denn auch wenn ich am heutigen Montag trotz des Schulanfangs noch die (positiven) Nachwirkungen von zweieinhalb tollen Tagen spüre - wenn man im Einzelnen drüber nachdenkt ist das alles noch zu toppen (vor allem, wenn man daran denkt, dass nächste Woche schon wieder zwei fette Partys auf dem Programm stehen).

Freitag, 20. Oktober 2006
-nach der Vierten Schluss, über Mathe-1 informiert worden
-nach chilligem Nachmittag Henrik da: weiter gechillt
-abends Partymachen: Kühlschiff (Lunanights), zwar ziemlich leer, aber trotzdem gute Stimmung . Kevin im Kickern geschlagen, den alten Prahlhans .

Samstag, 21. Oktober 2006
-um 0:30 Uhr aus dem Kühlschiff geflogen, im Extrablatt nen Cocktail getrunken
-dann noch ins Beo, angenehm viel los, noch etwas getanzt
-um 10 nach 3 den letzten AST verpasst, in unbequemen neuen Schuhen nach Heeren gegangen
-um halb 5 da, gefrühstückt
-schlafen gegangen, bis 12
-den Rest des Tages gechillt

Sonntag, 22. Oktober
-ausgeschlafen
-um 14 Uhr zur Jugendkunstschule, letzte Probe vorm Auftritt, dann Pommes holen (lassen)
-ab 16 Uhr fertig machen für Premiere, ab 17 Uhr im Cateringbereich, Leute kommen rein, wir sind routiniert, nicht aufgeregt
-endlich gehts los, Tacheles zaubert gewohnt große Kunst auf die Bühne, Publikum (erneut ausverkauft) ist begeistert: diesmal haben wir auch keine Kulissen umgeschmissen. Wieder schön mit Eiter und Blut gespielt, total ekelig, weil Dusche nur kaltes Wasser bietet nur mäßig sauber geworden.
-zu Hause in Hochstimmung, gegessen und wieder geduscht

Die Partys am Freitag waren nicht übermäßig geil, sondern nur gut. Der Samstag war insgesammt zwar entspannend, aber nicht besonders interessant. Sonntägliches Theater spielen war zwar wie immer verdammt cool und hat sehr gut getan, auch Herr Krückeberg war begeistert, aber aus Sicht des/der Darsteller lässt sich immer noch einiges verbessern.
Kein Perfektes Wochenende, gewiss, aber ich hab mich schon lange nicht mehr nach einem so erfrischt und erholt gefühlt.

nächstes Wochenende wird wieder reingehauen (vorher aber mit Sicherheit noch ein Eintrag hier),
dave
23.10.06 19:11


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