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Entschuldigt

...dass es im Moment so wenig Einträge gibt, ich gelobe, das wird anders! Aber zunächst müssen an dieser Seite einige Arbeiten durchgeführt werden, die hoffentlich bs Weihnachten abgeschlossen sind. Lasst euch überraschen, Zimmerbrand! wächst...

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15.12.06 22:06


Von Fußball, Salatöl und sexueller Belästigung*

Zunächsteinmal: Derbysieger, Derbysieger, HEY HEY!

Neben der Freude über den fußballerischen Triumph und darüber, den Zecken aus der Nähe Lüdenscheids gezeigt zu haben, wo ihr Platz ist (nämlich höchstens auf Rang 8), überwiegt bei mir auch Erleichterung. Denn ich werde nun nicht gezwunegn sein, ein Glas Salatöl zu trinken. In Gewissheit über den nun auch eingetretenen Sieg der Schalker Knappen habe ich doch tatsächlich gewettet. Ich gebe es ja zu, vor meinem geistigen Auge sah ich schon die zähflüssige, gelbe Substanz, Zentimeter hoch, darauf wartend, meine Kehle zu benetzen. Aber, da ich ja nie ein Problem mit blamablen bis peinlichen Auftritten hatte (noch Mal die Erinnerung: Tacheles am Sonntag live on stage), hätte ich wohl allen Ekel überwunden, schließlich wäre alles so wieso nichts mehr wert gewesen, hätten die Drecks**** gewonnen.
Doch es kam anders und noch während des Spiels meldete sich meine Wettpartnerin über ICQ und bettelte darum, den Wetteinsatz zu verändern (nicht sehr denkkatze). Tja, so sind sie die Dortmunder, noch nicht mal ganz untergegangen und schon alle Zusagen brechen. Von Ehre kann man hier nicht sprechen, aber seis drum. Die Natalie-Trinkt-Öl-Show werde ich wohl nicht genießen können.

Achtung: Radikaler Schnitt!
In meinem Lieblings-US-Bundesstaat Texas (meiste Hinrichtungen, ehemaliger Bushstaat, religiöse Fanatiker, Kennedy-Mord), nur Florida hab ich noch lieber (merkwürdiges Waffengesetz, das alle über 10 mehr oder weniger zwingt, eine Schusswaffe zu besitzen, Wahlfälschungen, Sex nur in der Missionarsstellung erlaubt), wird derzeit ein 4-Jähriger der sexuellen Belästigung beschuldigt. Der Junge (ich wiederhole: 4 Jahre alt) hat nämlich sein Gesicht an der Brust einer Angestellten an seiner Schule gerieben. Eindeutig, dass wir es hier mit einem hinterhältigen Perversen zu tun haben, der seine krankhaften sexuellen Fantasien auch noch in einer staatlichen Lehranstallt auslebt. Dabei tarnt dieses Schwein seine unsittliche Angezogenheit zu älteren Frauen auch noch als normales kindliches Verhalten. Gut, dass es in deutschen Kindergärten noch nicht soweit ist (natürlich, hat ja auch kaum einer nen KiTa-Platz), aber das schwappt alles von Amerika rüber.
Zunächst tat die Schulbehörde das Richtige und griff durch: Sie interpretiert das Verhalten des 4-Jährigen als sexuelle Belästigung. Nachdem sich allerdings die Eltern, die bei der Erziehung des gemeingefährlichen Frauen-am-Arbeitsplatz-Belästigers offensichtlich grandios gescheitert sind, beschwert hatten, lautet der Vorwurf nur noch auf "unpassenden körperlichen Kontakt". Ihre Beschwerde begründen die Eltern damit, dass der zwischenzeitig suspendierte Junge gar nicht wisse, wofür er bestraft werde. So kalt kalkulieren heutzutage schon Vorschüler ihre sexuellen Übergriffe! Immerhin wird seine Schulakte immer von einem Verweis auf den Vorfall geziert sein.

haut rein,
dave

*ja, so sehen Titel aus, wenn die Themen einfach nicht zusammenpassen


Quelle: SpiegelONLINE
11.12.06 19:34


Back to the Basics

Als ich am Wochenende auf dem Weg zu einer Geburtstagsferier war legte die ganze Gesellschaft einen Zwischenstopp im Dönerladen ein. Angesehen vom schmackhaften Imbiss bot dieser Schnellimbiss auch ein Entertainmentsystem (Leute, die nicht so gerne mit Fremdwörtern um sich werfen wie ich, bezeichnen es als "Fernsehen"). Es ist interessant, welche Aufmerksamkeit man einer Schmuckverkaufshow auf dem beliebten Sender Homeshopping Europe (HSE) schenken kann. Viel interessanter ist allerdings, was den Dönermann dazu bewegt haben mag, seine Gäste mit HSE vollzuspamen. Im Rückblick muss ich sagen, dass HSEs überteuerte Glasklunker wesentlich spannender waren als das komplette sonstige Fernsehprogramm.

Diese Tatsache, die fast den ganzen Tag zutrifft, ist der Hauptgrund für meinen ständig geringer werdenden Fernsehkonsum. Da gute Filme mittlerweile oft schon halbjährig wiederholt werden, nerven sie nur noch, Serien, besonders aus Deutschland, sind ein Graus. Bis auf einen Abend in der Woche verzichte ich mittlerweile auf Television, was allerdings auch damit zusammenhängt, dass mein Fernseher seit einem halben Jahr kaputt ist, doch ich vermisse ihn nicht! Aktuelle Informationen bekomme ich schneller und oft besser aus dem Internet und selbst die aktuellsten 9Live-Unverfrohrenheiten bekomme ich dank verschiedener Portale schnell zu Gesicht (es gibt Menschen, die den ganzen Tag 9Live aufzeichnen, um Beweise für etwaige Gesetzesverstöße zu finden, was häufig gelingt).

Den Platz, an dem bis vor Kurzem die Flimmerkiste in meinem Zimmer stand, nimmt nun ganz weihnachtlich eine Kerze ein - und die ist unterhaltsamer. Aber die Penetranz mit der manche Menschen fernsehen geht schließlich auch aufs Feuer zurück. Wissenschaftler fanden heraus, dass sozusagen der Vorläufer des Fernsehers in der Steinzeit das Feuer war. Hier versammelten sich unsere Vorfahren und starrten dümmlich in die sich verändernde Glut, heute ist das Fernsehen zwar etwas schneller, aber nicht wirklich anders.

Nun, es gibt auch noch einiges Gutes im deutschen Fernsehen, hier ein überblick über von Dave emfohlene Sendungen:
Die Simpsons, Pro7
immer wieder gut
Lost, Pro7
leider ein paar Folgen verpasst und deshalb aus der Story raus, fand ich aber immer gut
Without A Trace, Kabel 1
leider seit langem keine neuen Folgen meiner Lieblingskrimiserie
Boston Legal, Vox
Anwaltsserie, mit langsam senilwerdendem Staranwalt ("Ich bin ein Ex-Marine, ausgebildet als Scharfschütze... oder war ich Pilot?")


ich geh jetzt Flamme gucken,
haut rein,
dave
4.12.06 18:46


Weihanchten im Freibad

Ich hatte mir eigentlich geschworen es nie zu tun. Als ich im April spantab begann, dieses Blog zu führen war mit klar, dass es nicht dazu kommen durfte. Selbst als ich mir noch keine Gedanken über den Inhalt gemacht hatte, wäre mir nie in den Sinn gekommen, zu tun, was ich jetzt tue:
Ein Zimmerbrand!-Eintrag übers Wetter.

Aber es schlägt doch mittlerweile schon ziemliche Kapriolen Der November ist immer wieder für eine Überraschung gut. Im letzten Jahr hatten wir um den 22. rum einen plötzlichen Wintereinbruch, inklusive hohem Schnee. (Das kann ich mir so gut merken, weil ich in diesem Zusammenhang eine unangenehme Fahrradfahrt nach Unna unternehmen musste, an deren Ende ich ohne Fahrrad dastand. Wenn mir wirklich überhaupt nichts mehr einfällt, schreib ich über dieses einschneidende Erlebnis einen Eintrag.) Diesmal erleben wir wenige Tage vor dem ersten Advent, der dieses Jahr ja spät stattfindet, schönstes Frühlingswetter. Hätten wir Ende März bei unserer Berlinfahrt solches Wetter gehabt, hätten wir die Stadt so gerockt...

Die Menschen sind verwirrt, wer will bei Temperaturen an die 20° über einen Weihnachtsmarkt schlendern, Glühwein trinken oder einen Adventskranz kaufen? Bei den Pflanzen sind längst Frühlingsgefühle aufgetreten, wann ist es bei Menschen soweit? Gelbe und rote Blüten treten überall hervor - wenn 's jetzt kalt wird sind diese Pflanzen wie man so schön sagt im Arsch - auch die Insekten, die im Glauben, die Kälteperiode sei vorbei, bevor sie richtig angefangen hat, versuchen die Welt zurückzuerobern werden wohl auch ihr blaues Wunder erleben. Falls das nicht eintreten sollte und es weiter so warm bleibt, empfehle ich für die Festtage: Weihnachten im Freibad. Man kann sich mit dem Klimawandel doch auch arrangieren.

haut rein,
dave

P.S. Für alle, die es noch nicht kennen weise ich nochmal auf Yanniks schickes Video über unsere Schule hin (schon etwas älter, aber jetzt erst hochgeladen):
http://www.unnaer.de/album_page.un?pic_id=293783
28.11.06 21:46


Das hätts bei uns nicht gegeben

Woran merkt man, dass man alt wird? Vergesslichkeit? Falten? Der Verlust von Haaren?
Nun, das untrüglichste Zeichen ist das ständige Beschweren über die "Jugend von heute". Und die hat es in sich. Die 10-13 Jährigen, die mittlerweile unsere Schule unsicher machen - ein Lehrer bezeichnete sie vor einiger Zeit als "gehirnamputierte, tötungsfantasieneregende niedere Existenzen - zwingen mich dazu, diesen Satz jetzt zu gebrauchen.

Wildes Fangenspiel in der Schulstraße ohne Rücksicht auf eigene, gegnerische und Verluste von unbeteiligten Zivilisten (Oberstufenschülern, im Armeejargon: Kollateralschaden) ist an der Tageordnung. Wer zufällig einen älteren Mittschüler anrempelt oder (so fett wie die Kleinen sind nicht ausgeschlossen) umrennt folgt nicht eine Entschuldigung auf Knien oder ein schnelles das Weite Suchen, wie es zu meiner Zeit der Fall gewesen wäre, sondern meist noch eine Beleidigung. Diese Einsdreisigasis halten sich für die übelsten Player/Styler/Gangsta und für die Kings der Schule oder vielleicht sogar der Welt. Wegen dieser Menschen ist gepflegtes Kaffeee/Kakao Trinken während der Pausen eine Unmöglichkeit - gut, ich mag das Zeug eh nicht und habe mich längst auf Eistee aus sicheren Tetrapacks verlegt, aber ich habe schon oftgenug Freunde mit mit Kaffe besudelten T-Shirts gesehen.

Ein Jammern geht durch die Schule. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir hatten angenommen, wenn wir "groß" sind, würden die Kinder immer mindestens drei Meter Sicherheitsabstand halten, wie wir das damals gemacht haben. Stattdessen stellten wir kürzlich beim betreten der Pausenhalle fest, dass die traditionelle "Elferbank" von Fünftklässlerinnen (!) belegt war. Auch höffliche Bitten und sanfte Drohungen brachten sie nicht dazu, die Bank zu räumen, sie lachten uns vielmehr aus (okay, man muss dazu sagen, dass Epp die Verhandlungen von unserer Seite führte).

Das hätte es zu unserer Zeit nicht gegeben! Früher war alles besser (nur eben nicht für uns)! Aber man kann diese Kinder einfach nicht zur Räson bringen, Gewalt gegen so wehrlose möchte man nicht anwenden (obwohl manchmal durchaus berechtigt) und für Worte und Argumente sind sie offenbar ebenso wenig zugänglich wie für Ironie oder unterschwellige Beleidigungen. Aber ich weiß mich zu wehren: Am Colaautomaten stelle ich mich ab jetzt grundsätzlich vor allem unter 14 an. In den Pausen rempel ich bewusst jedes Kind an und gebe mir keine Mühe, es wie ein Versehen aussehen zu lassen. Der Kampf hat begonnen. Sie wollen uns aufs Altenteil schicken, noch bevor wir die schulische Ausbildung abgeschlossen haben. Das lass ich mir nicht gefallen. Keine Macht für diese respektlose Brut!

haut rein (möglichst einem Kind in die Fresse*),
dave

*alle Gewaltaufrufe gegen unter 14Jährige und Trang in diesem Eintrag sind nicht ganz ernst gemeint
25.11.06 22:43


Pardon, I don't speak French.

Der folgende Eintrag entsteht im Vorfeld meiner zweiten Französischklausur. Infolge des Wiederholens der mehr oder weniger sinnvollen Grammatikregeln dieser Sprache habe ich mich tatsächlich etwas mit der Sprache befasst, die unsere verschrobenen Nachbarn sprechen.

Im Vorfeld des Irakkrieges, als die Amerikaner sich ungemein auf einen kleinen schnell gewonnen Krieg freuten (bin ich der einzige, dem das Lachen im Halse stecken bleibt?) und gleichzeitig darüber einigten, dass manche Europäer und ganz besonders die Franzosen aus nicht unbedingt moralischen Gründen versuchten, ihnen einen Strich durch die Rechnung zu machen, verbeiteten "patriotische" Fernsehprogramme und Zeitungen in Amerika böswillige Unterstellungen über die Franzosen. In der Folge begannen Amerikaner vor laufender Kameras grinsend französischen Wein in Gullis zu kippen und benannten die French Fries kurzerhand in Freedom Fries um (großer Unsinn, denn nicht die Franzosen haben die Pommes erfunden, sondern die Belgier). Grundsätzlich bekam man den Eindruck, dass die Amis die Froschfresser abgrundtief hassten, besonders weil in Hollywoodfilmen jeder zweit Bösewicht einen französischen Akzent hat.

In Wahrheit hassen die Franzosen alles englische oder Amerikanische noch viel mehr, besonders die englische Sprache ist ein absolutes Feindbild für die Franzosen, viel zu billig, einfach und logisch. Aus diesem Grund beschloss man 1994 ein Gesetz zum Schutz der französischen Sprache. Neben Quoten für französische Musik im Radio sieht dieses Gesetz ein Verbot von Anglizismen (englischen Lehnwörtern) in der Schriftsprache vor. Die Regel betrifft nur englische Wörter, deutsche Wörter wie "le waldsterben" sind davon nicht betroffen und werden auch weiterhin gerne vom französischen Umweltministerium genutzt. Besonders unsinnig ist die Ant-Anglizismen-Regelung, wenn Wörter, die schon seit Jahrzehnten im Französischen verankert sind wie "week-end", das Behördenfranzösisch hat extra das Wort "vacancelle" erfunden, was kein normaler Franzmann jemals benutzt.

Unabhängig davon muss ich den Französischunterricht in NRW-Schulen kritisieren: Denn nach einem Vierteljahr "cours intensif" kann ich zwar erzählen, as der Kunde in einer l'epicrie kaufen kann (une avocat, deux salads et un camenbert), aber wirklich wichtige Phrasen wie "Ich spreche kein Französisch" (ich müsste mir in Frankreich mit "non francais!" behelfen), "Wo gibt's Wein", "Atomare Abrüstung" und "Fick dich und deine ganze Generation, Hurensohn!" (besonders wichtig in Pariser Vororten) kann ich in dieser Sprache leider noch nicht konstruieren.

haut rein,
dave
22.11.06 23:31


Hinweis für alle in meiner Stufe

Am 12. Januar 2007 findet nun unsere Stufenparty im Beo statt.
Da in naher Zukunft die Karten gedruckt werden müssen (Preis vorraussichtlich 5 EUR), wird es Zeit, eine Entscheidung über unser diesmaliges Motto zu fällen. Weil beim letzten Mal nicht alle mit dem Motto einverstanden waren, bitten die Verantwortlichen euch jetzt um konkrete Vorschläge im Stufenforum. Wer keinen Vorschlag macht, darf sich hinterher nicht beschweren, wenn ihm das Motto nicht gefällt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn auch Leute, die die Seite sonst nicht benutzen, mal vorbeischauen.

Link zum Stufenboard

haut rein,
dave
18.11.06 19:16


Untitled

In einem Gefängnis wird ein 20-Jähriger Gefangener geschlagen, getreten, nächtelang misshandelt und evrgewaltigt. Man zwingt ihn, Urin aus einem Toilettenbürstenhalter zu trinken, sein eigenes Erbrochenes zu essen. Schließlich wird er brutal ermordet. Das klingt nach einem Folterbericht aus dem Irak, vielleicht aus Guantanamo Bay. Es hört sich an, wie eine Beschreibung der Zustände in einem chinesischen Umerziehungslager oder in einem syrischen Gefängnis. Es ist aber Realität in einer nordrhein-westfälischen Jugend-JVA.
Die Täter waren nicht Wärter oder Verhörexperten sonder Mitgefangene. Doch Wärter sahen weg. Sie reagierten nicht auf die Rufe, auf den Lärm aus der Gemeinschaftszelle, ließen sich von den Tätern abspeisen, als der "Bedürfnisknopf" gedrückt wurde.

Der junge Mann, der wegen Diebstahls mit Waffen einsaß wurde von seinen Peinigern gezwungen, sich aufzuhängen. Nachdem er anderthalb Minuten am String gehangen hatte, prügelten sie ihn zurück ins Leben um ihn anschließend erneut zum Suizid zu zwingen. Diesmal konnten sie ihn nicht wieder wecken. Doch die Beamten, die den Toten am nächsten Morgen fanden, erkannten den Mord nicht. Trotz der Rufe am Vorabend, trotz des nächtlichen Lärms aus der Zelle, über den sich andere Insassen beschwert hatten, glaunbten die Wärter der Darstellung der Mörder, die von einem Selbstmord des 20-Jährigen sprachen. Es dauerte Tage, bis bei der Opduktion die Spuren der Misshandlungen auffielen, die Staatsanwaltschaft zu ermitteln begann.
Ich will nicht darüber nachdenken, wie die drei Täter, selber zwischen 17 und 20 Jahre alt, zu dieser Tat fähig sein konnten, ich will nicht die Seele dieser Menschen sizieren, will nicht die Abgründe kennen, die sich da auftun. Beim Gedanken an die Mörder überkommt mich Ekel.

Aber ich stelle nach dem Versagen des Strafvollzugs. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten spricht seit langem von der Unterbesetzung deutscher Gefängnisse und welche Folgen das haben kann. Ein Umstand, auf den das Bundesverfassungsgericht im mai 2006 in einem Urteil hingewiesen hatte. Die Richter hatten ein eigenes Gesetz zum Jugendstrafvollzug und bessere Zustände in den Haftanstalten gefordert. Hätte man auf sie gehört wäre der von der Presse Hermann H. genannte Häftling vielleicht noch am Leben.

Gerade in der Siegener Anstalt, in der sich der Mord ereignete, haben nach Angaben ehemaliger Mitarbeiter und Häftlinge schlechte Zustände geherrscht. Der Direktor führe seine Anstalt im Stile der 50er Jahre, zitiert SpiegelONLINE einen Wärter. Ein entlassener Insasse, wegen eines Drogendeliktes verurteilt, sieht das Problematik an den vielen rechten Gefangenen in der Siegener Anstalt. Ein drogenabhängiger Verlierer wie Henning H. stellt für diese Menschen ein Feindbild und leichtes Opfer dar. Viele aus dem Drogenmileu seien froh, wenn sie als Erwachsene verurteilt und im Erwachsenenvollzug einsitzen müssen. Hier sind die Gefangenen weniger auf Krawall aus, wollen nur ihre Strafe absitzen.

Das nordrhein-westfälische Justizministerium, verantwortlich für die schelchte Finanzlage der Gefängnisse und die teilweise viel zu hohe Belegung der Zellen hat eine Nachrichtensperre verhängt. Niemand, weder vom Ministerium, noch von der Staatsanwaltschaft (die noch nicht entschieden hat, ob sie gegen Mitarbeiter der JVA ermitteln wird), noch vom Gefängnispersonal dürfen mit der Presse sprechen. Einzig ihren Rücktritt hat die Ministerin bereits ausgeschlossen.

haut rein,
dave
17.11.06 23:56


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